Mirrorring – Foreign Body


Jesy Fortino (Tiny Vipers) und Liz Harris (Grouper) verbindet so einiges. Beide sind für ihre Mischung aus Drone und Folk bekannt, beide teilen die selben musikalischen Wurzeln, beide sind experimentell, beide scheren sich um die Sache mit dem Musikbusiness gar nicht und beide sind im Nordwesten der Pazifikküste beheimatet (Liz Harris in Portland und Jesy Fortino in Seattle). Aus einer Myspace-Freundschaft entwickelte sich so zwangsläufig die gemeinsame Zusammenarbeit unter dem Moniker Mirrorring. Erstes Ergebnis der Symbiose ist das Album ‚Foreign Body‘.

Gemeinsam sorgen die beiden Frauen für die perfekte Vertonung der NW-Topographie. Mount Rainier, der Pazifik und die Red Woods tauchen hier mal um mal musikalisch auf. Mit dem Fade-In eines jeden neuen Tracks öffnest du die Augen und siehst Landschaften, bei deren Anblick Casper David Friedrich wohl seinen Slip nass gemacht hätte. Wie so üblich haben wir es hier mit weiten leeren Räumen zu tun, die von Fortino und Harris mit Schönheit gefüllt werden. Dabei ist es spannend zu beobachten, wie sich die Künstlerinnen ergänzen. Harris Elfengesang und ihre Dronelandschaften werden immer wieder von Fortinos kräftigem Gesang und ihrem typischen Gitarrenpicking bevölkert.


Während ‚Silent From Above‘ und das knapp 10 Minuten lange ‚Cliff‘ auf typischen Tiny Vipers Kompositionen basieren und mit einigen Grouper-Tupfern geschmückt werden, leben Stücke wie ‚Fell In Sound‘ von Liz Harris Ambient-Hintergründen und dem Elfengesang. Die perfekte Symbiose gelingt den beiden im Falle der hypnotischen Highlights ‚Mine‘ und ‚Drowning The Call‘.

‚Foreign Body‘ ist Balsam für die angezerrte Seele und die Heimat aller Träumer und Eskapisten.