Gemma Hayes – Let It Break


Auch wenn der Name Gemma Hayes dem ein oder anderen nichts sagt, die Songwriterin ist alles andere als ein Grünschnabel. Die schöne Irin wurde für ihr Debüt mit einer Mercury Nominierung belohnt und veröffentlichte im Laufe ihrer zehnjährigen Karriere bereits 3 Alben und eine EP, die alle von der Kritik hochgelobt wurden. Mit ‚Let It Break‘ legt sie uns nun ihr neuestes Werk vor.

‚Let It Break‘ ist eine überaus frische Mischung aus dem poplastigen zweiten Longplayer und dem lo-fi geprägten Vorgänger ‚The Hollow Of Morning‘. Im kurzen Opener ‚Don’t Let Them Cut Your Hair‘ gibt sich Frau Hayes feenhaft und erinnert damit fast schon an eine Liz Harris oder Julee Cruise. Selten wurde man so schön in ein Album geführt. Was darauf folgt, sind zwölf Tracks, die den Hörer mehr als einmal überraschen. So entwickelt sich das sphärische ‚There’s Only Love‘ in eine kleine Hymne und gewinnt mitten im Stück deutlich an Fahrt, ‚Ruin‘ ist geprägt von Synthie-Klängen und ‚All I Need‘ erinnert ein wenig an die Stücke von Regina Spektor. Mit ‚Fire‘ gelingt ihr zudem ein Duett mit Paul Noonan (Bell X1), das einem auf Anhieb Gänsehaut bereitet.

Ergänzt wird der kreative Zauber mit zarten Akustiksongs, von denen insbesondere ‚Sorrow Be Gone‘ an roher Schönheit kaum zu übertreffen ist. Trotz der Brüche schmiegen sich die Lieder wie ein sorgfältig zusammengesetztes Puzzle aneinander. Lediglich hin und wieder muss man die Produktion an den Pranger stellen. David Odlum, der bereits für andere irische Größen wie The Frames oder Luka Bloom hinter den Reglern sass, hat es hier zwar gut verstanden einige der Stücke auf das nackte Minimum zu reduzieren, so manch anderer Stelle hätte eine solche Reduktion jedoch ebenfalls gut getan.

Mit Let It Break liefert Gemma Hayes nun bereits die vierte solide Platte voller kleiner Perlen ab. Für ihre Fans, die sie bereits seit ‚Night On My Side‘ begleiten und Liebhaber kreativer Songwriterinnen wie Lisa Germano ist dieses Album ein Glücksgriff. Rotweinflasche geöffnet, Notebook zu und die neue Gemma Hayes in den Player.