Brad – United We Stand


Was ist nur mit den Helden der US-Geschichte los? Abe Lincoln wird im Sommer im Kino Vampire jagen und Benjamin Franklin wirkt auf dem 100 Dollar Schein, der das Cover der neuen Brad-Platte ziert, recht blutgierig. Auf dem dazugehörigen Album präsentieren sich Brad als eine Einheit und beweisen, dass sie mehr als nur das Nebenprojekt des Typen von Pearl Jam sind.

Viel ist seit dem Release des Debüts ‚Shame‘ passiert, das zu den unterschätzten Seattle-Exporten des Hype-Höhepunkts zählte. Die Band wechselte seitdem mehrmals das Label, sah Helden kommen und gehen, blieb ihrer eigenen straighten Linie und dem schlichten Ziel alle paar Jahre eine gute Platte auf die Beine zu stellen jedoch stets treu. Nachdem sie damit bisher nur bei Pearl Jam Fanatikern und einigen Journalisten punkten konnte, könnte Brad mit dem Release ‚United We Stand‘ tatsächlich endlich der verdiente Erfolg glücken.

Bereits der Riff des Openers ‚Miles Of Rope‘ deutet an, dass es hier lockerer und poplastiger wird, als auf den Vorgängern und Stone Gossards Soloalbum ‚Bayleaf‘. Und so geht es auch mit dem straighten Powerpop weiter, bis die catchiness mit dem grandiosen Song ‚A Reason To Be In My Skin‘ ihren Höhepunkt findet. Angefangen bei Shawn Smiths Gesang über die geschrammelten Akkorde, die sich in´s Herz bohren, bis hin zum Gitarrensolo und dem fantastischen Outro.

Dass die Band neben all dem Powerpop und der üblichen Akustiktracks noch immer laut und dreckig sein kann, beweist sie mit Songs wie ‚Waters Deep‘ oder ‚Tea Bay‘, bei dem auch mal eine Minute lang wild drauf los geknüppelt werden darf.

‚United We Stand‘ ist das bisher beste Album der Band aus Seattle. Und auch wenn sie mit ihrem fünften Longplayer nicht den Rockriff neu erfinden, liefern Brad uns eine kurzweilige Platte mit einigen großartigen Songs ab.