Adam Arcuragi – Like a Fire That Consumes All Before It…


Die Inspiration für sein neues Album zog Adam Arcuragi aus dem gleichnamigen Gemälde von Cy Twombly. Sein musikalisches Feuer ist jedoch nicht zerstörerisch, sondern hat sehr viel zu geben. Unterstützung holte er sich dafür von Produzent Duane Lundy, der schon mit My Morning Jacket und These United States zusammen gearbeitet hat.

Arcuragi beschreibt seine Musik als „Death Gospel“, was sich ziemlich düster und morbide anhört, dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Seine Songs klingen erstaunlich hoffnungsvoll und lebensbejahend. Da der Tod unausweichlich sei, müsse man das Wunder, lebendig und empfindsam zu sein feiern, so Arcuragi. Um dieses Gefühl der Lebendigkeit besonders gut vermitteln zu können, hat er die Songs mit seiner Band The Lupine Chorale Society zum größten Teil live eingespielt. Tatsächlich sprüht das Album nur so vor Spielfreude und Leidenschaft. Nachdem ein paar Kinder heulende Wölfe imitieren, geht Arcuragi mit „Oh, I See“ gleich in die Vollen. Zu Klavier und Akustikgitarre brodeln die Drums, bevor alles explodiert und Arcuragi und sein Chor inbrünstig singen „Oh, I see them coming“.

Fans des musikalischen Minimalismus werden Like a Fire That Consumes All Before It… vielleicht als zu dick aufgetragen empfinden, alle anderen können sich über die fast orchestralen Arrangements freuen: Von Streichern und Trompeten über Steel Guitar und Banjo bis hin zum Xylophon – Arcuragi hat alles. Abwechslungsreich sind die Songs noch dazu: „I Called“ ist ein sehnsüchtiger Akustikwalzer und wie fast alle Titel chorverstärkt, „Parliaments of the Birds“ versprüht spanisches Flair, „President’s Song“ ist ein treibender Countrytitel. Das gewaltige, rockende „The Well“ beweist, dass auch Arcuragi Schmerz nicht fremd ist: „When we ache no more/oh, won’t it be something to see“. Er ist aber auch durchaus in der Lage, mal einen Gang zurückzuschalten, wie in dem schlichten, aber hübschen “Port Song”.

Like a Fire… ist genau das Richtige für kalte Wintertage: Ein hymnisches Feuerwerk, das einem das Herz wärmt. Manchmal ist mehr wirklich mehr. Der lebhafte Schlusssong “Come On, Come On” verspricht gar “there’s always room for a little more.” Man darf gespannt sein, wie das denn aussieht.