Foo Fighters – Wasting Light


Die größte Erkenntnis des neuen Foo-Fighters-Albums “Wasting Light“ zuerst: Die Band macht wieder Spaß! Nachdem die Mannen um Dave Grohl vor ihrer gut dreieinhalbjährigen Studioalbumpause irgendwo im langweilenden Dickicht zwischen Breitwandriffs, vorhersehbaren Songstrukturen und dem ewig gleichen Geschreiduktus ausharrten, findet Platte Nummer sieben endlich die Ausfahrt, die zurück zu den Glanztagen der ersten drei Langrillen führt.

Natürlich sind die Foo Fighters weiterhin eine der größten Rock-Attraktionen des Globus – der Hype rund um “Wasting Light“ sagt alles –, allerdings merkt man ihnen die zum Selbstzweck gewordenen Posen im Verlauf der neuen elf Tracks nur noch selten an. Die schablonenhaften Vorgänger und das ewig gleiche Erfolgsmuster sind Relikte einer vergangenen Zeit. Die Foos spielen wieder Songs, nach deren Durchlauf man sich nicht in den eigenen Erwartungen – oder Vorurteilen – bestätigt fühlt.

Den breitbeinigen Pathos hat Dave Grohl für die Aufnahmen von “Wasting Light“ aus der Garage gesperrt. Reingelassen hat er dafür die raue Wärme, die ein guter Foo-Fighters-Song braucht, um dich zu packen. Der 42-jährige ist eben immer noch dann am mitreißendsten, wenn er den schreienden Schnellschuss im Köcher lässt und sich auf sein Gesangstalent verlässt. Nummern wie “These Days“, “Back & Forth“ – übrigens auch der Titel eines aktuellen Films, der die Historie der Band beleuchtet – oder “Dear Rosemary“ gehören deshalb zum Besten, was das erneut zum Quintett angewachsene (Pat Smear ist wieder ein Vollzeit-Fighter) Kollektiv in den vergangenen zehn Jahren vorgelegt hat.

Vielleicht hat Dave Grohl ja die Beteiligung alter Weggefährten auf den zielbringenden Pfad zurückgebracht. Für die Produktion war kein Geringerer als Butch Vig (Nirvana, Smashing Pumpkins) verantwortlich und bei dem grandiosen “I Should Have Know“ werden Bass und Akkordeon von Krist Novoselic bedient. Manchmal braucht es eben den klaren Gedanken und einen aufgefrischten Bezug zur Vergangenheit, um kürzer zurückliegende Fehler im Hier und Jetzt wieder gerade zu bügeln.

Und aus all diesen Gründen ist “Wasting Light“ die Rehabilitation einer großen Rockband. Wer in den Nullerjahren das Interesse verloren hat, und die neuen Ergüsse von Grohl und seinen Mitstreitern nicht im Regal haben musste, sollte hier wieder genauer hinhören. Denn wie gesagt, die Foo Fighters machen wieder Spaß.

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