Bill Callahan – Apocalypse


Nach „Sometimes I Wish I Were An Eagle“, der Platte zum privaten Crash, schickt uns Callahan nun gleich sieben Reiter der Apokalypse in´s Haus und geht musikalisch den erhofften Schritt zurück.

Strikte Zielvorgabe für die Albumaufnahmen war es, die Songs ohne Schnitte live einzuspielen. Die Arrangements werden hier und da mit kleinen Tupfern verziert, verzichten jedoch größtenteils auf den unnötigen Ballast der beiden Vorgänger, ohne dabei die klaren Strukturen aus den Augen zu verlieren. Hier geht Bill Callahan tatsächlich zurück zu seinen puristischen Smog-Zeiten. „Apocalypse“ klingt dabei wie eine Mischung aus dem rhytmischen Lofi-Folk von „Burning Kingdom“ und den Mantraartigen Sprachspielen seines Meisterstücks „A River Ain´t Too Much To Love“.

Im Mittelpunkt der Platte steht der Track „America“. Kein Zweifel, hier legt uns Callahan eine Retrospektive im Star Sprangled Banner vor die Füße. Immer wieder taucht hier ein „Where did it all go wrong?“ zwischen den typisch doppeldeutigen Zeilen auf. Ist das Liebe? Ist das Ironie? Vermutlich beides. „Well everyone’s allowed a past they don’t care to mention“ sticht hier ebenso hervor wie die Nennung von “Captain Kristofferson” und “Sergeant Cash,”. Großes Highlight der Platte ist der Song „Running For That Feeling“, ein herzerweichend ruhiger Song, der aus den Sessions zu „Supper“ stammen könnten.

Der ehemalige 4-track Troubadour hat wieder zugeschlagen. Wie so oft: in sich ruhend, subtil und majestätisch.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.