Deerhoof – Deerhoof vs. Evil


Nachdem die Band aus San Francisco auf den Vorgängerplatten unseren Hörgewohnheiten und dem unkreativen Indie-Rotz den Kampf angesagt hat, nimmt sie es nun auf Longplayer #9 (!!) gleich mit dem Bösen auf.

Das Ergebnis ist verspielt, schrill und allem voran abwechslungsreich. Ganz so militant, wie man es beim Blick auf das Plattencover und den Titel des Longplayers vermuten könnte, gehen Deerhoof hier nicht ran. ‚Deerhoof vs. Evil‘ fällt im Vergleich zu den Vorgängern sogar poplastiger aus und verzichtet meist auf Noise-Attacken. Paradebeispiel ist der Song ‚Behold A Marvel In The Darkness‘. Lockere Akustikgitarren und Satomi Matsuzakis Gesang ebnen hier den Weg, machen immer mal wieder kleine Schlenker, weichen dann jedoch plötzlich einer wunderbaren Bridge und frei aufspielenden E-Gitarren.

Die grandios aufspielenden Instrumente sind vermutlich der größte Pluspunkt dieser Platte. Dabei wechselt die Band ständig Harmonien und herrliche Pop-Momente mit disharmonischen Kontrapunkten ab. So viel Avantgarde muss man vertragen können. So dürfte auch das fünfte Album der Band die eine Hälfte der Hörerschaft in pure Glückseligkeit versetzen und die andere Hälfte nur verstören.

Happiness is a warm gun. Von solch einem sonnigen Chaos-Pop lassen wir uns gerne retten.

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