Mammut


Mammut
Lukas Moodysson setzt in seinem aktuellen Film Mammut (2009) auf 35-mm Globalisierungskritik zwischen New York City und Thailand und lässt die moderne Kleinfamilie in ihrem Elfenbeinturm gezielt vor die Wand laufen. Wie auch in seinen vorherigen Filmen (Together, Lilja 4-Ever, A Hole In My Heart) zeigt Moodysson die Leere seiner Protagonisten auf, wendet Blick und Aufmerksamkeit hin zur Frage nach Unrecht und Schuld, und entzaubert Lebensentwürfe. Die Frage der Schuld muss sich hier jedoch jeder selbst stellen.

Ellen (Michelle Williams) und Leo (Gael García Bernal) leben die Leere einer luxuriösen Abgeschiedenheit in Soho, mit Tochter Jackie und philippinischer Nanny Gloria, und sind doch gefangen in ihren eigenen Welten (sie: Ärztin der Notfallchirurgie/ er: Creator einer Gamer Plattform): dem Kind fehlt die Mutter, der Nanny fehlen die eigenen Kinder, und so finden sich zwei. Erst als die Beziehung zur Nanny stärker wird, als die zur eigenen Mutter, erst da reagiert Ellen…
Leo reist im Jet zu Vertragsunterzeichnungen nach Thailand, bekommt auf dem Flug einen wertvollen Kugelschreiber mit Mammut-Elfenbeineinlassung, und träumt doch vom Aussteigerleben eines Hippies. Voller Widersprüche sind seine Handlungen, gepaart mit naivem Leichtsinn und einem Millionen Dollar – Ego. So schenkt er der Prostituierten Cookie die Freiheit, um sie ihr später wieder zu nehmen, spinnt sich seine eigene Fantasiewelt zurecht, um doch immer irgendwie neben sich zu stehen.

Lukas Moodysson´s Film öffnet mehrere Handlungsstränge und verknüpft sie gekonnt miteinander, zeigt Globalisierung auf Zelluloid, und wie schon bei Babel, mahnt Wirkung und Auswirkungen der modernen Welt an.
Der Kühlschrank ist voll, geordert wird Pizza. An beiden Armen trägt man eine Uhr. Und Marcel Zyskind´s (In this World, Code 46, Mister Lonely) Kamera wird immer eleganter. Doch dem kollektiven Scheitern entgeht hier niemand. Back to square one. Und Game Over.