Someone Still Loves You Boris Yeltsin – Let It Sway



Die Underdogs von Someone Still Loves You Boris Yeltsin melden sich nach zwei Jahren mit einer Powerpop-Platte zurück und setzen einen letzten sonnigen Akzent im Sommer 2010. Die mäßigen Verkaufszahlen des Vorgängers „Pershing“ und bandinterne Streitigkeiten haben ein Fortbestehen der Band zunächst zu einer Mission Impossible gemacht.

Nachdem sich die Band im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens dank harter Arbeit von einer kleinen Garagenband aus Springfield, Missouri zu Lieblingen des Blogosphäre gemausert hat, läßt sie sich nun nicht so schnell vom Musizieren abbringen. Und ihr Comeback könnte wohl kaum euphorischer und trotziger Ausfallen. Von Problemen und den unzähligen Wechseln der Bandmitglieder ist hier nichts zu hören.

Bereits der Opener „Back In The Saddle“ klingt wie ein Medley aus einigen guten Weezer Songs oder eben eines der besten SSLYBY Stücke bisher. Die Zeilen „We’re gonna build a road that’s perfect. We’re gonna make it last“ werden hier zum Motto der Platte erkoren. Eine konsequente Happy-Go-Lucky Attitüde und eingängige Harmonien ziehen sich durch sämtliche zwölf Songs der Platte und werden nur selten von melancholischen Untertönen untermalt.

Chris Walla, der neben seiner Gitarrenarbeit bei Death Cab For Cutie Bands wie Youth Group auf den richtigen Weg brachte, war auch diesmal an der Produktion beteiligt und hat hier wieder einmal den richtigen Riecher bewiesen. Dabei klingt die Platte wie eine Mischung aus den simplen Nummern des Debüts und dem ausgereiften Pop des Vorgängers. Insbesondere das hymnische „Made To Last“ und den herrlichen Rocker “All Hail Dracula” präsentieren uns eine Band, auf deren weitere Großtaten wir uns freuen können.

So ist „Let It Sway“ ein kurzweiliges Vergnügen, mit dem wir den Sommer 2010 strahlend beerdigen.
[Sebastian Jegorow]

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