Ben Folds & Nick Hornby – Lonely Avenue


Viel Aufmerksamkeit war der Zusammenarbeit der Klavier-Rampensau und des populären Schriftstellers seit ihrer Bekanntgabe gewiss. Nun steht das erste gemeinsame Album des US-Amerikaners Ben Folds (u.a. “The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner“ und “Rockin‘ The Suburbs“) und des Briten Nick Hornby (u.a. “About A Boy“, “High Fidelty“) in den Startlöchern. “Lonely Avenue“ heißt die elf Tracks starke Platte, die zwei Welten mit einem Fingerschnippen vereinigt und mit einer herrlich unaufgeregten und zurückgenommenen Aura daherkommt.

Man kann es als große Anpassungsstärke von Hornby, oder als Folds’ poetische Klasse auslegen, dass sich alle “Lonely Avenue“-Songs nicht viel anders anhören und anfühlen, als Nummern von Folds‘ regulären Longplayern. Der etwas surreale Humor, der schnelle Wortwitz, die ernsthafte Tiefe, subtile Streicher (arrangier von Paul Buckmaster!) und das nuanciert-mitreißende Tastenhandwerk – “Lonely Avenue“ beinhaltet alles, was ein Album des US-Amerikaners sonst auszeichnet.
Und trotzdem bleibt die Welt von Ben Folds nicht linear, der Songwriter bewegt sich. Er singt Hornbys Strophen, als wären es die eigenen. In sich gefestigt und voller Tatendrang, übernimmt Folds die undankbare Aufgabe den nicht selbst gewählten Worten Musik folgen zu lassen. Den gegenseitigen Respekt spürt man dabei nicht nur bei den pianobasierten Melodien, Hornby verzichtet auf augenzwinkernde Tretmienen und stellt sich in den Dienst der gemeinsamen Songs.

Man braucht sich nur “Claire’s Ninth“ anhören und würde, wenn man es nicht besser wüsste, im Handumdrehen auf ein Outtake der “Songs For Silverman“-Sessions setzen. Liest man sich dann durch das äußerst lohnende Booklet, erfährt man, dass die Hornby-Story über 20 Jahre alt ist. Lesen möchte man die nie erschienene Kurzgeschichte jetzt auch gar nicht mehr, sie hat in Folds‘ Melodien ein passendes Zuhause gefunden.

Ben Folds adds music and melody to Nick Hornby’s words. So verspricht es das Cover über dem Titel ”Lonely Avenue”. Das Versprechen wird nicht gebrochen und die Kollaboration der beiden Künstler wird auf beiden Seiten viele Freunde finden. Der 44-jährige Amerikaner und der neun Jahre ältere Brite geben dem jeweils anderen den Taktstock in die Hand und verschreiben sich dem Gelingen zu gleichen Teilen. Geschichten und Melodien, die der eine ohne den anderen nicht hätte erschaffen können – ein Album mit gleichgewichtigem Ying und Yang. Vier Hände, zwei Köpfe, ein Guss.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.