The Rolling Stones – Exile On Main St. (Re-Issue, 2CD)



”Exile On Main St.”, das zehnte Studioalbum der Rolling Stones, gilt mittlerweile weithin als eines ihren besten. Satte 18 Songs umfasste das Originalalbum 1972, und obwohl es anfangs etwas skeptisch rezipiert wurde, und manche Schreiberlinge die Masse an Stilwechseln eher negativ bewertet haben, wurde schnell klar, dass Jagger und Co. hier ein Meisterwerk vorgelegt hatten. “Exile On Main St.“ kam auch ohne Megahits wie “(I Can’t Get No) Satisfaction“, “Brown Sugar“ oder ”Wild Horses” aus. Die Spannweite der Stones’schen Qualität war das, was schnell auch die Kritiker überzeugen und Bands auf Jahrzehnte hinaus beeinflussen sollte (z.B. die Black Crowes).

Das 1972 als Doppelalbum veröffentlichte Werk zog die Hörerschaft als Kollektiv in ihren Bann. Herausragende Nummern sind zwar auch hier zu finden (“Torn And Frayed“, “Shine A Light“), aber das Hauptargument für die Klasse von “Exile On Main St.“ ist die phänomenale Breite der Songs. Kein Album der Rolling Stones verkörpert den Schulterschluss aus Blues, Soul, Rock’n’Roll und Country so erstklassig, wie die nun als erweiterte Wiederveröffentlichung erschienene, zehnte Stones-Platte.
Die 2010er Version von “Exile“ beinhaltet neben den ursprünglichen (remasterten) 18 Tracks noch eine weitere CD mit zehn bis dato unveröffentlichten Aufnahmen. Dass Jagger und Richard den knapp 40 Jahre alten Nummern 2009 unterstützend unter die Arme gegriffen haben und ein bisschen Zusatzarbeit geleistet haben, muss man zwar nicht in den Himmel loben, aber stören tun einen die neuen Farbtupfer auch nicht wirklich. Aufnahmen wie die Single “Plundered My Soul“ zeigen, dass auch heute noch eine (unvermutete) Menge 1972 in den Stones-Köpfen steckt.

Wer auch nach 38 Jahren immer noch nicht im Besitz dieses Ausnahmealbums ist, hat jetzt nun die letzte (glaubwürdige) Gelegenheit dieser Tatenlosigkeit entgegenzuwirken. Das facettenreichste Stones-Album, remastered, mit Bonus CD und in einem äußerst wertigen Digipak-Zuhause. Wer darin keinen Grund sieht, sich das vielleicht beste Werk der Rolling Stones in die heimische Plattensammlung zu holen, hat selbst schuld.
[Sascha Knapek]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.