Wolf Maahn – Vereinigte Staaten



Mit “Vereinigte Staaten“ veröffentlicht der in Berlin geborene Musiker Wolf Maahn in diesen Tagen sein – je nach Zählweise – zwölftes Studioalbum. Seit Anfang der 80er ist er aktiv und irgendwie trotzdem ein gut gehütetes Geheimnis. Seine Platten entern die Charts, sein kürzliches Schauspieldebüt (als Friedrich Schiller in „Das Lied von Schillers Glocke“) rief das ZDF auf den Plan und dennoch ist der Mann, der am 25. März 55 wird, vom Status eines Westernhagens oder Grönemeyers meilenweit entfernt.

Zum Glück! Denn dadurch zieht Maahn einfach sein Ding durch, spielt gefeierte Tourneen vor vergleichsweise kleinen Zuschauermengen und bringt Platten heraus, die durch ihre Substanz und nicht durch ihre radiotechnische Ausschlachtbarkeit überzeugen. Nachhaltigkeit statt Kaugummimomente.

“Vereinigte Staaten“ ist das erste Album mit ausschließlich neuem Material seit sechs Jahren. Eine lange Zeit für Fans. Allerdings hat sich das Warten mehr als gelohnt. Maahn macht handgemachten Rock mit ganz viel Seele. BAP’sche Folklore braucht man beim Auflegen der neuen Maahn – zwar in Berlin geboren, aber eigentlich durch und durch Kölner – nicht zu fürchten, der Songschreiber singt zwar in seiner Muttersprache, aber die Musik ist so tief im (nordamerikanischen) Rock’n’Roll verwurzelt, dass man Maahn selbst Country- und Reggae-Ausflüge abnimmt, ohne mit der Wimper zu zucken.

Eine musikalische Reise durch die eisige Weite eines schier grenzenlosen Landes. Wolf Maahn hat seinen Streifzug mit einem neuen Album veredelt. “Vereinigte Staaten“ ist unglaublich eindrucksvoll und selbst innerhalb des herausragenden Gesamtwerks von Wolf Maahn ein Sahnestück.
[Sascha Knapek]

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