Broken Bells – Broken Bells



Bei den Aufnahmen zum bis dato unveröffentlichten Album “Danger Mouse and Sparklehorse Present: Dark Night of the Soul“ arbeiteten James Mercer (The Shins) und Brian Burton (aka Danger Mouse) zum ersten Mal zusammen und schmiedeten dabei (oder danach) einen teuflisch(guten)en Plan. Ihr gemeinsames Album heißt nun genau so wie ihr Projekt – Broken Bells – und die im Vorfeld hoch gelegte Erwartungslatte überspringen die beiden musikalischen Schwergewichte mit der Eleganz einer Gazelle.

Zwanzig Songs will man, laut Gerüchten, zusammen geschrieben haben. Da auf “Broken Bells“ allerdings nur zehn enthalten sind, bekommt die Ankündigung, dass es sich hier um kein „One and done“-Ding handeln soll, einen glaubhaften Nachdruck. Allein am Umfang erkennt man also schon, dass hier produktiv kollaboriert wurde. Dreht sich “Broken Bells“ dann im Player, wächst schnell die Erkenntnis, dass der Indie-Star und der Produzenten-Guru auch kreativ bestens zusammenpassen.

Mercers Stimme thront über den mal akustisch-beatigen, mal beatig-akustischen Nummern. Beide Protagonisten legen ihre Sahneseiten auf den Tisch und entwickeln einen Sound, der die genaue Summe aus dem bisherigen Schaffen des Shins-Kopfs Mercer und des umtriebigen Beat-Fricklers Burton (Gnarls Barkley, Pelican City) ist. Wunderschöne Melodielandschaften zwischen herrlichen Gitarrenharmonien und moderner Rhythmusarbeit. Fans der Shins und deren Version von Melodieseligkeit kommen bei den Broken Bells voll auf ihre Kosten. Mercer und Burton verspinnen ihre Klangwelten zu einer Art Teppich. Nicht irgendein Teppich. Einer der fliegen kann. Die zwei großen Namen lassen ihre Egos in der Ecke und liefern auf “Broken Bells“ eine Stil spaltende Pop-Mischung aus 80’s-Riffs, Computerbeat-Träumen und ganz viel Songorientierung.

Weit offen ist sie, die schöne, neue Indie-Welt. Ein Projekt wie Broken Bells zeigt einem das überdeutlich und hat, denke ich, auch die Kraft in einigen Jahren noch von Bedeutung zu sein. Zehn Songs, an denen sich in absehbarer Zukunft viele orientieren werden.

[Sascha Knapek]

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