Zazie von einem anderen Stern


Verwirrung machte sich breit, als uns das Album von Maike Zazie Matern alias Zazie von einem anderen Stern erreichte. Eine Sendung aus Amerika mit einer Platte, die dem Artwork und Namen zufolge nach blumigem Mädchenfolk aussieht? Da stimmt doch etwas nicht.

Nach dem Intro wird jedoch langsam klar, dass uns hier alles andere als kitschiger Mädchenpop vorliegt. Bei den 11 Nummern des Regen:Tropfen Albums handelt es sich nämlich um ausgefeilte Klavierstücke, die eher an Max Richter als an die mäßigen jungen Songschreiberinnen aus Deutschland erinnern. Zazie malt hier zauberhafte Stimmungsbilder, die stets vom Klavierspiel der deutschen Künstlerin geprägt werden. Von der Wuseligkeit ihrer Namensvetterin aus Louis Malles „Zazie Dans Le Metro“ ist hier nichts zu hören. Die Leisen Töne machen auf Regen:Tropfen die Musik.

Ähnlich wie Max Richter, der sich hier stark als Referenz aufdringt, vermischt die Musikerin ihre zarten Klavierpassagen gelegentlich mit Samples. So hören wir beim wundervollen „Raum ohne Zeit“ unter anderen den jungen Autor Jörg Albrecht, . Hin und wieder begleitet die Musikerin die Kompositionen mit ihrer eigenen Stimme. Auch kleine Elektrospielereien sorgen hier für Abwechslung. All dies auf leisen Sohlen und mit viel Feingefühl. So gelingt Zazie hier ein ein Album, das durchaus mit den großen mithalten kann. Kein Wunder, dass selbst die Amis vom Drifting Falling Label sich von Zazie verzaubern ließen.
[Sebastian Jegorow]

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