Yim Yames – Tribute To…



Ein paar Tage, nachdem George Harrison starb, setzte sich Jim James, seines Zeichens Frontmann der Kentucky-Rocker My Morning Jacket, hin und nahm sechs Songs des leisen Beatle auf. Fast acht Jahre mussten vergehen und ein Pseudonym – zugegebenermaßen kein besonders irreführendes – musste sich zugelegt werden, um die Momentaufnahme als schlicht “Tribute To…“ betitelte EP auf die geneigte Hörerschaft loszulassen.

Das Warten hat sich dabei definitiv gelohnt. “Behind That Locked Door“ wurde vor ein paar Jahren zwar schon mal auf irgendeinem Sampler veröffentlicht, aber zumindest die restlichen fünf Tracks gab’s vorher noch nirgends. Endlich hat Yames wieder diesen endlosen Hall in der Stimme und die elenden Elektronikexperimente, die er in letzter Zeit so gerne mochte, sucht man glücklicherweise vergeblich. Der Demo-Charakter der Aufnahmen reduziert die Songs auf ihre wesentlichen Bestandteile und Yames‘ brüchige Umsetzung sucht ihresgleichen. Ein Klavier, eine Akustikgitarre und dieses näselnde Organ – aufrichtiger und in einem passenderen Rahmen kann man George Harrison nicht Tribut zollen. Die Songs sind der Star, die Produktion juckt bei Nummern wie “Ballad Of Sir Frankie Crisp (Let It Roll)“, “Long, Long, Long“ oder “All Things Must Pass“ doch eh kein Schwein.

Nach dem Monsters Of Folk-Album und dieser Solo-EP soll demnächst angeblich ein komplettes Soloalbumvon Yim Yames folgen. Da seine Beiträge zur Supergroup die mit Abstand schwächsten sind, kann man zumindest hoffen, dass er sich die richtig guten Nummern für seinen ersten Alleingang aufgehoben hat. Er sollte sich dabei an die Aufnahmen zu “Tribute To…“ erinnern, hier klingt Yim Yames nämlich genau so, wie Jim James klingen sollte. Ach ja, hab‘ ich schon gesagt, dass dieses Y/J Wechselspiel so was von für die Füße ist?!
[Sascha Knapek]

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