Eels – End Times



Mr. E hat wieder den Blues. Manche Menschen überwinden das persönliche Gefühl einer Endzeit in Bars, manche stürzen sich in Arbeit und widerum andere direkt aus Fenstern. Der Sänger der Eels greift lieber zur Gitarre. Diesmal legt er uns sein gebrochenes Herz vor die Füße und denkt gar nicht daran es zu schmücken. Nach den collected tragedies auf „Elektro Shock Blues“ und dem wundervollen Dokumentar-Film „Parallel Worlds, Parallel Lives“ liefert uns E mit der neuen Eels Platte ein weiteres persönliches Werk vor, so etwas wie die „Dark Side Of Hombre Lobo“.

„End Times“ wirkt so, als hätte sich der Amerikaner in einem Raum eingeschlossen, um das Ende seiner Beziehung zu vertonen. Dies ist im wahrsten Sinne eine Soloplatte. Der großspurige Bluesrock, der insbesondere die beiden Vorgängeralben der Eels prägte, weicht hier rohen Lofi-Klängen. Wie bereits auf seinem persönlichen Magnus Opum „Elektro Shock Blues“, sind es auch auf „End Times“ wieder die persönlichen Songskizzen, die diese Platte prägen. Auf Samples verzichtet der Songwriter fast komplett. Große Ausnahme ist das wunderschöne „7“. Nur selten braucht er mehr als 2:30min, um zu berühren und das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Die Trauer und das Leid, das die Songs vermitteln, kann es ruhig mit einer ganzen Busladung von Klageweibern aufnehmen.

Wer könnte die Songs und den Sänger nicht wieder in sein Herz schließen, wenn E beispielsweise in „Little Bird“ davon singt wie er einem Vogel von seinem Leid berichtet oder sich in „In My Younger Years“ als gealterter Mann gibt. Dass die ein oder andere Nummer mittelprächtig klingt, sei ihm verziehen. E rotz uns hier einige kleine Skizzen zu großen Songs vor die Füße, die eben durch ihre Nacktheit berühren. Unpretäntiös vorgetragen, charmant und tieftraurig.

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