Chelsy – Sweet Medicine



Fünf Jahre sind seit der Veröffentlichung des Chelsy Debüts vergangen. Fünf Jahre in denen sich die Band scheinbar von einer netten, jedoch recht belanglosen, Indieband zu einem zuverlässigen Ohrwurm-Lieferanten gemausert hat.

Im Opener „Who Needs Words“ klingt die deutsche Band um Sänger Martin Arlo Kroll zunächst wie eine dieser zahllosen Bands aus Münster oder ____ (an diese Stelle bitte eine beliebige deutsche Studentenhochburg einsetzen), die man als Support immer mal wieder über sich ergehen lassen muss. Mit Track Nummer zwei kommt jedoch die Überraschung. Chelsy können auch anders. Im Song „So My World“ heben sie den Zauber auf, den Voxtrot nach den ersten beiden EPs irgendwo liegen gelassen haben. Bei all dem Hang zum Retro, ist man sogar geneigt das Attribut Rock noch um das so lang vermisste Roll zu erweitern.

Auch Stücke wie „Monique“ (Daumen hoch für die Zeile „Oh Monique it’s not the french name that makes you unique“) oder „First Letter“ versprühen viel Spielfreude. Im Laufe der Spielzeit wird immer klarer, warum das Promoblättchen hier von zeitloser Musik spricht. Marius Bubat, der sich nach seinem Coma-Projekt nun immer mehr einen Namen als Produzent macht, hat hier gemeinsam mit Thomas Block tolle Arbeit geleistet und den Sound der Band in das richtige Licht gerückt.

Der zweite Popentwurf der Band aus Mülheim hat den nötigen Charme und einige überaus nette Songs. Es darf hier wohlwollend genickt und bisweilen gar gestaunt werden.
[Jana Lüdeke]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.