Molina & Johnson – Molina & Johnson



Keine Frage, hier haben wir es mit zwei Seelenverwandten zu tun. Während Jason Molina seit Jahren solo und mit Songs:Ohia/Magnolia Electric Co. auf eine zarte und zugleich opulente Weise den Schmerz vertont, hat Will Johnson insbesondere mit seinen Bands Centro-Matic und South San Gabriel unser Herz erobert. Im Februar bezogen die beiden Songwriter für zehn Tage ein Haus in Texas und nahmen eine Platte auf.

Der Opener „Twenty Cycles To The Ground“ ist zunächst das Paradebeispiel dieser Kollaboration. Hier gibt es die perfekte Symbiose beider Stimmen in einer eingängigen Folk-Nummer. Dezente Rythmusbegleitung, die sonst nur selten zum Einsatz kommt, begleitet die beiden bei diesem Stück. Bei den meisten Songs auf „Molina & Johnson“ übernimmt einer der Beiden die Verantwortung und wird lediglich leicht von seinem Partner gestützt. So gehören Songs wie „All Falls Together“ oder das wunderschöne „For As Long As It Matters“ Jason Molina, während Will Johnson „In The Avalon / Little Killer“ und die obskur karge Zusammenarbeit mit Sarah Jaffe „All Gone, All Gone“ übernimmt. Wären da nicht doch Stücke wie der Opener, dann könnte man hier von einem Split-Album sprechen. Dabei beweisen die beiden bei „Almost Let You In“ ein weiteres mal wie gut sie harmonieren.

Die Songs sind allesamt im tiefen Westen beheimatet. Es sind Folknummern, die auch einem düsteren Roadmovie quer durch den Westen stehen würden und sich aufgrund der dichten Atmosphäre gut ergänzen. Wie in einer Raymond Carver Kurzgeschichte steckt der Teufel hier im Detail und an den Rändern dieser unscheinbaren Nummern. Das Knistern, das die Instrumente auf „All Falls Together“ begleitet sei hier als Beispiel dieser versteckten Schönheit genannt. Die leise Allstar-Combo „Molina & Johnson“ schenkt uns hier eindeutig mehr als nur eine Zeitüberbrückung zur nächsten Magnolia Electric Co und South San Gabriel Platte ab. Merci.
[Sebastian Jegorow]

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