Max Richter – Memoryhouse



Max Richter hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere mit seiner Soundtrackarbeit zu „Waltz With Bashir“ und seinem stärksten Werk „24 Postcards In Full Colour“ zu einem hoch geschätzten Künstler gemausert. Mit „Memoryhouse“ legt uns das Fat Cat Label (Animal Collective, Hauschka) nun einen Re Release seines Debüts „Memoryhouse“ vor.

Auch „Memoryhouse“ ist eine Ansammlung musikalischer Postkarten, die uns der Künstler, der im Laufe seines Lebens selbst zwischen Deutschland, England und Italien zog, aus seinem Haus der Erinnerung schickt. Es beginnt mit regennassen Straßen und einem typischen Richter Komposition. Wundervolle Klavierthemen, die an die Zusammenarbeit von John Cage und Philip Glass erinnern, werden von Violinen begleitet. Ob wir das nun in die überfüllte Schublade mit dem Label Modern Classic hineinstopfen wollen oder Neologismen wie Post Classic herleiten, spielt hierbei keine Rolle.

„Maria The Poet (1913)“ wird von einer slavischsprachigen Sprecherin begleitet und mit „Laika’s Journey“ gibt es ein kurzes Tribut an die Weltraumhündin, das sich eher der traurigen Geschichte als typisch verklärendender Heroik nähert. Der Krieg in Bosnien („Sarajevo“), Jan Sweelinck („Jan´s Notebook“) haben in Richters vertontem Gedächtnis ebenso Platz gefunden wie Kunstwerke „Lanscape With Figure“ und Begegnungen mit Menschen. Stück für Stück zeichnet Richter hier wundervolle Stimmungsbilder, die meist zwischen Melancholie und schlichter Schönheit schweben. Musikalisch greift er gelegentlich ebenfalls zu Elektroelementen und Samples, die für zusätzliche Abwechslung sorgen und die facettenreiche Platte noch spannender gestalten.

Max Richter liefert uns auch hier wieder eine interessante Entdeckungsreise und den perfekten Soundtrack für Stunden der Entspannung, tiefgründige Reportagen, Liebesgedöns, lange Auto- oder Bahnfahrten…an sich jede Sekunde.
[Sebastian Jegorow]

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