Eileen Rose & The Holy Wreck – Luna Turista



Bereits mit Ihrem letzten Album „At Your Tables“ hat Eileen Rose vor einem Jahr eine gelungene Americana-Platte abgeliefert. Nun meldet sich die Songwriterin mit einem überragenden Paukenschlag wieder.

Auch wenn „Luna Turista“ bereits das fünfte Album der Musikerin aus Nashville ist, hat man hierzulande kaum Kenntnis von ihrem großen Talent genommen. Dabei hätte sie Aufmerksamkeit verdient und mit Songs wie „Doesn´t Mean A Thing“ auch in Deutschland gute Chancen. Zudem wurde „Luna Turista“ sogar teilweise in Berlin aufgenommen. Der Großteil der Platte entstand jedoch in Eileen Roses Wahlheimat Nashville. Bereits der Opener ihres neuen Albums klingt nach einer Standortbestimmung. „Simple Touch Of The Hand“ ist authentisch, rotzig und catchy zugleich. Allgemein mischt die Platte wieder gekonnt ruhige Songs („Sad Ride Home“, „Third Times A Charm“) mit einigen lauteren Kontrasttönen („Strange“).

Während man auf dem Vorgänger zumindest einigen Stücken wie „$20“ noch etwas zu viel Schmalz und eine schmierige Produktion vorwerfen konnte, macht sie diesmal alles richtig und gibt sich ganz ungebügelt. Lucinda Williams wäre hier die große Referenz; Americana der besseren Art also. Als zweiter Höhepunkt neben des Openers entpuppt sich „Luckenbach Texas“, in dem die Sängerin gemeinsam mit ihrem Bandkollegen die „basics of love“ besingt.

Eileen Rose reiht sich mit „Luna Turista“ ohne Abstriche in die Ahnengallerie der Countryrock-Glanztaten der letzten 20 Jahre neben „Car Wheels On A Gravel Road“ oder Steve Earles „El Corazon“ ein. Jetzt müßten die Musikfreunde nur noch Kenntnis davon nehmen.
[Sebastian Jegorow]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.