Ray Davies – The Kinks Choral Collection



Das Chöre alten Rocknummern durchaus neues Leben einhauchen können, wurde in jüngster Vergangenheit oft genug bewiesen. Scala und das Young @ Heart Choir wären hier die bekanntesten Beispiele. Ray Davies wagt sich mit dem Crouch End Festival Chorus nun an einige Klassiker seiner Kinks.

Die Zusammenarbeit, die bereits 2007 begann, brachte Davies bereits viel positive Resonanz ein. Ob die Kollaboration jedoch auch auf einem Longplayer den Zauber der Auftritte versprüht, muss hier bewiesen werden. Das Ergebnis hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck. Einige der Nummern grenzen an Blasphemie und zerstören den Glanz der Originale. Allen voran sei hier die grausig anstrengende Fassung von „You Really Got Me“ erwähnt, die man sich genauso sparen sollte wie den darauf folgenden Versuch „Victoria“ wiederzubeleben.

Dass es auch anders geht, beweist Ray Davies beispielsweise bei „Shangri-La“. Traumhaft arrangiert entwickelt die Choral Fassung des Klassikers eine eigene Dynamik und zählt neben dem fantastischen Village Green Medley, das sich über mehrere Nummern des 68er Albums „The Village Green Preservation Society“ erstreckt, zu den Highlights dieser Arbeit. Es sind gerade die Momente in denen der Crouch End Festival Chorus sich vom Rock entfernt und seine Stärken ausspielt, die diese Platte kostbar machen.

Trotz einiger Totalausfälle können wir das Experiment am Ende als geglückt betrachten. Alle Freunde der Kinks und Projekte wie Scala dürfen auch hier eigentlich blind zuschlagen. Der Rest sollte zumindest den oben erwähnten Höhepunkten eine Chance geben.
[Sebastian Jegorow]

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