Ingrid Michaelson – Everybody



Vor knapp einem Jahr erschien in Deutschland das bis dato letzte Album der US-Amerikanerin Ingrid Michaelson. Es hieß “Boys And Girls“ und eigentlich erschien es bereits 2007 – allerdings nur in den USA. Danach kam dann eigentlich noch “Be OK“, aber Schluss mit der verwirrenden Veröffentlichungshistorie von Fräulein Michaelson. Demnächst wird sie 30, und kurz bevor die Tochter einer Bildhauerin und eines Komponisten den Zwanzigern Adieu sagt, nahm sie mit “Everybody“ schnell noch ein neues Album auf.

Im Mittelpunkt steht wieder Michaelsons umschmeichelnde Stimme – dieses Mal sogar des Öfteren im Sirenen-Bereich. Ansonsten gibt’s ein Klavier, runde Akustikgitarren, ein paar mehr oder weniger nötige Streicher und eine sehr leise und dezente Rhythmusunterfütterung. Die 29-jährige möchte lieber die Emotionen ihrer Songs als einen allzu lauten Sound sprechen lassen. Ein paar Lieder lang funktioniert so etwas auch ganz gut, auf Albumlänge vermisst man auf “Everybody“ aber dann doch auch mal eine etwas schnellere Nummer, die ohne Weichzeichnereien auskommt.

Ingrid Michaelson bleibt mit “Everybody“ bei dem, was sie kann und gerne macht. Ungefährlicher Songwriter-Pop, der hier noch mehr auf Radiotauglichkeit gebügelt wurde, als es z.B. noch bei “Boys And Girls“ der Fall war. Songwriterinnen wie Colbie Caillat steckt die sympathische Amerikanerin damit zwar alle Tage in die Tasche, aber um wirklich zu zünden fehlen dieser Songsammlung dann doch ein paar Ecken, Kanten und ein paar neue Themen. Die wirken stellenweise nämlich wieder wie durch Musik gefilterte US-TV-Serien-Momente.
[Sascha Knapek]

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