Beat! Beat! Beat! – Stars



Diese Welt, in der wir die ständige Wiederholung erleben und uns häufig auf Vorurteile verlassen können, hat doch noch Überraschungen für uns übrig. Zum Beispiel die Newcomer Beat!Beat!Beat!.

Eigentlich war das ja beim Blick auf das Cover eine klare Sache. Band sucht sich einen platten Namen, Band nimmt eine Platte auf, die nach billigem Indierotz klingt (Hass #1) oder noch schlimmer nach irgendeiner dieser schrillen Elektrobands mit plakativen Abzählreimen (Hass #2), Platte liegt im Postfach, Empfänger schaut skeptisch bis angewidert, Platte landet nach wenigen Minuten im obersten CD-Regal der Schande neben all dem anderen Gedöns. Aber hey! Was wenn die Platte ausnahmensweise die Vorurteile nicht erfüllt und nach dem großen Glück klingt?

So kürzlich bei Beat!Beat!Beat! geschehen. Die Band, die nahe der holländischen Grenze beheimatet ist, hat tatsächlich viel Potenzial. Der Opener ihrer Debüt-EP bringt den Hörer flott dazu die eigene imaginäre Jahres-Top20 umzubasteln. Ein fantastischer Uptempo-Song, der hier mit viel Feingefühl und Abgebrühtheit vorgetragen wird. Neben der filigranen Art glänzt das Stück mit dieser Stimme, die zum Hits besingen geschaffen zu sein scheint. Während beim erwähnten „Stars“ noch eine lässige Surferhymne durchklingt, sind wir bei „We Are Waves“ im Norden beim Groove der seligen Whitest Boy Alive angekommen. „Fireworks“ klingt schon eher nach der gefürchteten Indiedisco. Doch selbst hier kriegt die Band die Kurve und verwandelt die Nummer in einen recht ansprechenden Song. Abgerundet wird die Sache mit zwei recht guten Remix-Arbeiten (u.A. ein Cinematics Remix des „Stars“ Songs). Das könnte was werden.
[Sebastian Jegorow]

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