Alexi Murdoch – Time Without Consequence



Es war ein langer Weg, doch nun ist er angekommen. Jahrelang sammelte Alexi Murdoch durch schlichte Mund zu Mund Propaganda, Hypeblättchen und unzählige Soundtrackbeiträge (Garden State, O.C. California) Fans. Nun gibt es mit „Time Without Consequence“ die erste Longplayer-Feuerprobe.

Und diese legt Murdoch schon beinahe als Doppel-Release ab. Denn fast zeitgleich erscheint der Soundtrack zum neuen Sam Mandes Film „Away We Go“, der gleich neun Beiträge von Alexi Murdoch beinhaltet (sechs davon sind ebenfalls auf „Time Without Consequence“ zu finden). Der Opener stellt klar warum Murdoch häufig mit Nick Drake verglichen wird. Das verspielte Picking und die Stimme erinnern tatsächlich an die tragische Songwriter-Ikone. Ergänzt werden die rohen Songs durch sanfte Ryhtmusbegleitung, die sich nur sehr selten in den Vordergrund drängt. Somit bleibt der befürchtete Overkill an Kitsch und Pathos hier völlig aus.

Großes Aufrütteln gibt es mit den Songs „Home“ und „12“. Zwei atmosphärisch dichten und recht lauten Tracks, bei denen Murdochs Stimme nur selten zum Einsatz kommt und eher als zusätzliches Instrument mit Gitarren, Drums und dem Piano eine Symbiose ergibt. Zwei dramaturgisch sehr wichtige Kontrapunkte auf einem eher ruhigen und homogenen Album, dem man sonst vielleicht zu viel Zurückhaltung vorwerfen könnte.

An sich ist Alexi Murdochs Debüt ähnlich wie Sam Mandes Film „Away We Go“: schlicht, wohl durchdacht, authentisch und herzerwärmend.
[Sebastian Jegorow]

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