Watchmen



Mit seinem Antisuperhelden-Meisterwerk ist Alan Moore in den 80ern ein intelligenter Kultcomic gelungen, der Geschichte und Fiktion auf clevere Art vereint und auch diejenigen anspricht, die mit Superhelden bis dato nichts anfangen konnten. Ein ähnliches Kunststück gelingt auch Zac Snyder mit seiner Adaption des Comics, die nun ebenfalls auf DVD erscheint.

Wir haben die 80er und Geschichte ist weniger glimplich mit der Welt umgegangen. Richard Nixon ist zum wiederholten Male Präsident der Vereinigten Staaten geworden und die Spannungen zwischen Russland und USA sind so drastisch, wie zur Zeit der Kuba-Krise. Auch hier ist die Dooms Clock wieder auf fünf Minuten vor zwölf gestellt worden. Die Spannungen wirken sich auch auf die Moral der Menschen aus.

So ist Alan Moores Watchmen-Universum düster, brutal und auch die Superhelden dieser Welt sind alles andere als perfekt. Bestes Beispiel hierfür ist der Comedian, der zynisch, sadistisch ist und nicht immer das Gute im Sinn hat. Im Anschluss an einen Prolog, in dem der Comedian von einem Unbekannten getötet wird, sehen wir den beeindruckendsten Creditpart seit Romeros “Dawn Of The Dead” Remake. Hier wird zu Bob Dylans “The Times They Are Changin´” die leicht abgeänderte Geschichte der 60er und 70er Jahre erzählt. Der Film selbst vereint dabei die Retro-Bilder mit futuristisch anmutenden und modernen Action-Effekten.

In Rückblenden erfahren wir im Folgenden die gesamte Geschichte der einzelnen “Minuteman”. Vom goldenen Zeitalter der Superhelden bis zu ihrem Fall. Die einzig relevanten Superhelden der 80er sind Dr. Veidt, ein intelligenter Wirtschaftsboss, und Dr. Manhattan (gespielt von Billy Crudup, der hier jedoch kaum wiederzuerkennen ist). Eine gottähnliche Figur, die während des Vietnamkriegs den US-Truppen zum Sieg verhalf und nun den Supergau verhindern soll.

Bei Watchmen haben wir es wahrlich nicht mit diesem schlichten “Superheld rettet die Welt” Plot zu tun. Statt dessen werden wir durch eine spannende Story gejagt, die wie Babushka-Puppen immer wieder neue Aspekte präsentiert und immer wieder melancholische Momente als Kontrapunkte setzt. Zudem gelang es wohl keinem Film so sehr die Attribute gut/böse und richtig/ falsch dermassen in´s Absurde laufen zu lassen. Der Film erschien kürzlich in mehreren Fassungen auf DVD, die über interessante Specials wie interessante Kurzdokus (hierbei ist insbesondere die 2-Disc Edition empfehlenswert) und weitere Bonusfeatures enthalten.
[Sebastian Jegorow]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.