The Thermals



An sich kann man die Thermals auch Hutch & Kathy mit dem Typen, der gerade Schlagzeug spielt, nennen. Mehrmals wechselte das Duo bereits den Schlagzeuger. Neuester Trommler ist der Say Hi Drummer Westin Glass. An sich ist dies aber eben recht schnuppe. Nun präsentiert die Band ihr drittes Album, das schlicht “Now We Can See” heißt.

Der Durchbruch gelang der Band 2003 mit dem Album “More Parts Per MIllion”, dessen Homerecording-Produktion wohl günstiger war, als ein ordentliches Turnschuhpaar. Dem Erfolg schadete dies nicht, mit dem Hit “No Culture Icons” im Rücken verkaufte sich “More Parts Per Million” gut und ermöglichte es der Band immer mal wieder durch Amerika und Europa zu touren. Bei den Nachfolgern “Fucking A” und “The Body, The Blood, The Machine” war der Gang in ein ordentliches Studio unabdingbar. Das Thermals Prinzip blieb jedoch dasselbe: nehme einen guten Song und spiele ihn ohne Schnickschnack ein. Stay focused.

Im Falle von “The Blood, The Machine” legte die Band deutlich mehr Wert auf das schreiben der Texte, die das Album letztendlich in eine Art Konzeptalbum verwandelten, bei dem sich die Thermals von der Stimmung in Amerika nach dem World Trade Center Anschlag beeinflussen ließen und das Ergebnis in den Songs wiedergaben. Beim neuesten Streich der Band gehen Hutch and Kathy wieder einen Schritt zurück und konzentrieren sich auf den Popappeal ihrer Songs. Keine ausgelutschte Referenz zu Obama müßen wir hier befürchten. Ein Konzept besitzt das Album nichtsdestotrotz. So läßt sich die Platte wohl am besten als das Retrospektiv-Album bezeichnen. Aus der Sicht eines Verstorbenen werden hier die Geschichten rückblickend erzählt. An einer Stelle, an der man tatsächlich mit der nötigen Distanz Bilanz ziehen und zurückblicken kann, wird das Leben von allen Seiten betrachtet. Nummern wie “Liquid In, Liquid Out” oder das fantastische “Now We Can See” erinnern musikalisch wieder an die ersten beiden Alben. Und um Sache mit den Veränderungen abzurunden wechselte man von Sub Pop zu Kill Rock Stars.

Und auch wenn die Songs auf “Now We Can See” noch immer deutlich den Druck alter Tage besitzen, entfernt sich die Band etwas von dem agressiven Unterton des Vorgängers. So ist “Now We Can See” bisher die eingängiste Platte der Thermals und vielleicht sogar ihre beste.

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