Pete Yorn – Back & Fourth



Mit „Musicforthemorningafter“ gelang Pete Yorn 2001 der große Coup. Plötzlich waren Songwriter wieder en Vogue und auch im geordneten Plattenschrank der Indie-Jugend wurde die Platte in der Nähe des Strokes-Debüts einsortiert. Mit den folgenden Alben sank jedoch die Formkurve des Songwriters aus New Jersey. Hatte der Nachfolger „Day I Forgot“ mit Songs wie „Burrito“ oder „Crystal Village“ zumindest einige eingängige Nummern zu bieten, so versank „Nightcrawler“, der Abschluss der Tages-Trilogie, völlig im Tiefschlaf. Nun gibt es mit „Back & Fourth“ den Neuanfang. Oder auch nicht.

„Back & Fourth“ beginnt mit einem dieser typischen Kuschelrock-Momente, bei denen man auf Skip drückt, um etwas Aufregenderes zu hören und sich später mit etwas Euphorie dem Füllmaterial zu widmen. Etwa zwolf Minuten und acht Betätigungen der Skip-Taste später ist man bereits beim letzten Song angelangt und hat das Gefühl nur Füllmaterial gehört zu haben. Auch einige volle Durchgänge retten hier nicht sonderlich viel. Der Opener „Don´t Wanna Cry“ bleibt am Ende am ehesten in Erinnerung und verschwimmt dann doch wieder in der Beliebigkeit.

„Back & Fourth“ steckt voller Songs, die vermutlich verregnete Sonntage, halbwegs guten Sex oder die melancholische Videoclipästhetik irgendwelcher US-Serien musikalisch untermalen können, jedoch an sich nicht wirklich jucken. Zwischendurch gibt es einige rockige Nummern, die zu glatt und abgemüht wirken, um beim Hörer irgendeine Regung hervorzurufen. Aufgrund der vorprogrammierten Akkordfolgen ist die Platte ein konsequenter Flatliner, der auch nach mehren Durchgängen wie ein alter Orbit-Kaugummi schmeckt.

„Back & Fourth“ klingt nach Stagnation. Ein Schritt vor und eigentlich gleichzeitig einer zurück.Schade.

[Sebastian Jegorow]

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