Gossip – Music For Men



Eyecatcher und Medienliebling Beth Ditto hat im Anschluß an den Release des letzten Gossip Albums immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Nun widmet sie sich auf dem neuen Gossip-Album der Musik.

Die androgyne Erscheinung auf dem Cover ist nicht der einzige Bezug zum Titel der Platte. Die Gender-Spielereien sind hier ähnlich verwirrend wie das Studium der Arbeiten von Judith Buttler. „Music For Men“ ist scheinbar ein Abgesang an typisches Rollenverhalten und das Schubladendenken. Synthetisch wird hier passenderweise verbunden, was sich widersprechen möchte. Saubere Produktion und Indie-Credibility, Pop und Punk, Wucht und Eleganz. Schlagwörter wie Riot-Grrrl oder DIY werden hier nur im Rückspiegel betrachtet, denn Gossip setzen mit dem dynamischen Gesamtsound des gewaltigen Vorgängers „Standing In The Way Of Control“ fort.

„Music For Men“ fängt mit dem sexy Stampfer „Dimestore Diamond“ an. Beth Ditto klingt wie immer nach einer Mischung aus Cindy Laupers 80s Pop und dem Soul alter Tage. Begleitet wird dies von der rockigen Instrumentalbegleitung, die hin und wieder in den frechen Rotz der ersten beiden Alben verfallen möchte. Doch Rick Rubin hat die Band scheinbar tatsächlich gebändigt. Wie einen wilden Hengst, hat er den Sound der Band meist unter Kontrolle. Nur selten ticken die Gitarren völlig aus und meist jagt sich die Band wie ein Actionheld aus den 80ern zielbewusst und mit größter Effizienz durch die Songs. Jeder Schuss sitzt, muss er auch.

Als Ergebnis ist „Music For Men“ eine ausgereifte Tanzflächen-Platte, die dem Hörer zwei Schweißflecken und mehr als nur einen Ohrwurm als Andenken hinterlässt. Groove, Funk, Soul, Pop, Rock. It has it all.
[Sebastian Jegorow]

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