Florence & The Machine – Lungs



The dark days are over, singt Frontfrau Florence Welch im Opener (“Dog Days Are Over“) ihrer neuen Platte. ”Lungs” heißt das gute Stück und es lehrt die versammelte weibliche (und männliche) Popallianz das Fürchten. Tori Amos‘ aktuelles Album wirkte dröge und langweilig, der Kaugummi-Hype um Acts wie La Roux nervt vor lauter Einfallslosigkeit und Regina Spektor kann mit “Far“ zwar gefallen, aber der richtig große Wurf ist es dann doch nicht geworden. Ganz im Gegensatz zur neuen Scheibe von Frau Welch, die dunklen Tage sind vorbei!

„Absolute Ungezwungenheit“, ruft Welch aus und sie trifft damit einen Nerv, den man nur finden kann, wenn man ihn gar nicht sucht. “Lungs“ fließt und fließt und fließt, unehrliche Hörerberechnung überlässt das Kollektiv mit der alles überragenden Anführerin den weniger kreativen Kollegen und Kolleginnen. Ob Gitarren flirren (“Kiss With A Fist“), Soul-Pop ein neues Zuhause bekommt (“Hurricane Drunk“) oder Florence sich voll und ganz auf ihre Stimme verlässt (“Dog Days Are Over“) – Florence & The Machine sind das süßeste Monster seit Elliott.

Mit ‘The Machine‘ sind im Band-Rahmen übrigens die Herrschaften gemeint, die Florence den passenden Sound hinter die elfengleiche Stimme zimmern. Der bezirzende Irrgarten aus Pop, Soul, Indie-Anleihen und herrlicher Nonchalance kann auch ganz schnell zur randvollen Streuobstwiese mutieren. Die reifen, und direkt pflückbaren, Früchte haben uns Florence Welch und ihre Mitstreiter bereits freundlicherweise auf Augenhöhe an dreizehn Bäume gehängt.

Die Fülle an Hits überrascht und führt dazu, dass man “Lungs“ ganz schnell in die Endlosschleife legt. Bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Albums wurden vier der dreizehn enthaltenen Tracks – äußerst erfolgreich – als Singles ausgekoppelt. Die fünfte, “Drumming Song“, wartet bereits mit fertig gepackten Koffern. Allen alten Sirenen und jungen Möchtegernsirenchen können einpacken, Florence Welch ist momentan alles, was man zum Glücklichsein braucht. Mit Abstand das bis dato stärkste Debüt des Jahres!
[Sascha Knapek]

Für Neugierige gibt’s hier den Albumplayer:

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