The Kooks @ Ringlockschuppen, Bielefeld


Die wievielte Britpopwelle mittlerweile an die Küsten des Festlandes schwappt kann wohl niemand mehr so genau nachhalten. Macht ja auch nix, immerhin haben uns die Tommies den einen oder anderen Hit beschert und einige Bands waren ja auch nach der Debütplatte noch ne zeitlang im Radio zu hören.

Dazu gehören auch die Kooks, deren Debüt 2006 ziemlich einschlug und die Jungs aus Brighton schlagartig ins Rampenlicht rückte. Festivals und Tourneen wurden abgearbeitet, ehe man sich Zeit nahm, die zweite Platte zu veröffentlichen, die sich genauso anhörte wie die erste. So weit, so unspannend. Für 2009 gibt es bislang kaum neues Material. Um sich aber, so scheint es, auf die Festivals einzuspielen, tourten die Engländer durch Europa und machten am 3. Juni halt im Bielefelder Ringlokschuppen.

Knapp neunzig Minuten lang boten sie all das, was man sich auch auf den beiden Alben auf der Couch anhören kann. Kaum wurde variiert, es sei denn, man zählt das Verlängern jedes zweiten Liedes um zwanzig Sekunden für ein Gitarrensolo dazu. Sänger Luke Pritchard entschuldigte sich schon ziemlich zu Beginn dafür, dass er nur wenig Deutsch kann. Das erklärt aber wohl kaum seine Distanz zum Publikum, denn mittlerweile müsste sich auch bis nach Brighton rumgesprochen haben, dass die Deutschen gar nicht allzu schlecht Englisch verstehen. Interaktion sieht jedenfalls anders aus. Auch der Rest der Band wirkte so, als habe man um Viertel nach neun eine Kassette eingelegt, auf Play gedrückt, sie nach sechzig Minuten umgedreht, das ganze noch knapp dreißig Minuten laufen lassen und dann den Stecker gezogen. Erst beim letzten Song kam Luke auf die Idee, auch mal ins Publikum zu steigen, also kniete er sich vorsichtig in die erste Reihe und ließ sich noch etwas feiern.

Da kam dann auch bei den Zuschauern Stimmung auf, die nicht vorn in der Mitte standen. Hätte er es eher gemacht hätten die Zahnspange tragenden kleinen Mädchen vielleicht kapiert, dass sie gerade auf einem Rockkonzert sind, wo man sich auch bewegen darf, ja sogar soll. Aber das hätten sie auch dann nicht gemerkt, denn wer nur auf das Display seiner Digitalkamera starrt, der macht vielleicht ein paar schöne Aufnahmen, das Wesentliche, der Moment, entgeht einem aber und darauf kommt es bei Konzerten an!! Es war beileibe kein schlechtes Konzert, dafür sind die Jungs zu versiert und schlicht und einfach zu gut. Aber es sticht nicht heraus. Es war einfach da und das war okay. Mehr nicht.

[Marco Orgiu]

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