Masha Qrella – Speak Low



Masha Qrella kann man inzwischen als einen Klassiker der deutschen Indie-Szene bezeichnen. Mitte der 90er begann die Musikerin bereits ihr Engagement bei den Bands Mina und Contriva, begegnete uns hier und da als Support diverser Lieblingsbands oder drehte sich mit dem optischen und akustischen Contriva-Glanzstück „If I Had Stayed“ einige Monate lang in unserem CD-Player. 2oo2 folgten mit dem bezaubernden „Luck“ dann die ersten Soloschritte, die 2005 fortgesetzten wurden und nun in der Konzeptplatte „Speak Low“ münden.

Hier setzt sich die Berlinerin im Auftrag des Berliner Hauses der Kulturen mit Broadwayklassikern auseinander und verfrachtet die Kompositionen Kurt Weills und Frederick Loewes in das Pop-Universum. Das Cover der Platte deutet es an. Dies ist eine Band-Platte. Die gelegentlichen Elektro-Spielereien, die auf den beiden Vorgängeralben zumindest hin und wieder zum Einsatz kamen, mußten auf „Speak Low“ weichen. Der Verzicht auf unnötigen Schnickschnack und der direkte Sound lassen Masha Qrella und ihre Begleiter nach einer talentierten Garagenband klingen.

Nach dem famosen Opener gibt es zunächst leichte Zweifel beim etwas abgemühten „My Ship“ und dem darauf folgenden Titeltrack. Doch nach dieser kleinen Schwächephase kehrt der alte Popcharme wieder und die Band spielt sich durch den Rest der Platte voller Leichtigkeit. Dass es sich hierbei um alte Klassiker handelt, merkt man den Songs nicht an. „Speak Low“ klingt nach einer frischen Mischung aus Unbeschwertheit, Unschuld und Können. Es sind kleine und große Höhepunkte wie „September Song“ oder das fantastische „Wand’ring Star“, die dieses interessante Projekt auch akustisch sehr angenehm gestalten.Chapeau.

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