Burn To Shine



Wer schon einmal in einem alten leerstehenden Haus stand, kann die Magie nachvollziehen, der Brendan Canty beim Entwickeln der Idee für die “Burn To Shine” DVD-Reihe verfallen ist. Hier und da sind kleine Spuren der Bewohner zu sehen, kleine Malspuren an der Tür oder Möbelreste, die ihre eigene Geschichte erzählen.

Dies inspirierte den Filmemacher, Produzenten und ehemaligen Fugazi-Drummer zum DVD-Projekt Burn To Shine. In jeder Stadt sucht sich der Regissueur ein Haus aus, das demnächst abgerissen werden soll, dokumentiert den Abriss bzw. das Niederbrennen und veranstaltet einen Tag zuvor mit einigen lokalen Musikern eine Beerdigungsfeier, bei der alle beteiligten Künstler einen Song in dem leerstehenden Haus spielen dürfen. Dieses genial simple Ziel glückte dem Helden der 90er bereits in Washington DC, Chicago, Portland, Seattle und Louisville (der Release dieser DVD steht noch aus) und soll bei Gelegenheit ebenfalls in einigen weiteren US-Metropolen fortgesetzt werden.

Die beiden beteiligten Köpfe, Brendan Canty und Christoph Greens, haben vor einigen Jahren die eigene Produktionsfirma TRIXIE gegründet. Die Zusammenarbeit der beiden dürfte man wohl am ehesten von der fantastischen Jeff Tweedy Live-DVD “Sunken Treasure” kennen. Hierbei wurde der eigenbrödlerische Kopf von Wilco bei seiner Solotour durch Amerika begleitet. Im Film wechseln sich die unterhaltsamen Auftritte des Musikers, bei denen er Geschichten erzählt, das Publikum beschimpft und Songs von Wilco und Uncle Tupelo zum Besten gibt, mit intimen Einblicken hinter die Bühne und auf das Leben unterwegs. Nebenbei hat Canty als Produzent übrigens zudem bereits Bands wie die Thermals musikalisch massiv beeinflußt.

Musikalisch wechseln sich auf den Burn To Shine DVDs große Namen wie Eddie Vedder und Dave Bazan (Seattle), Tortoise, Shellac und Wilco (Chicago) oder die Shins und Decemberists (Portland) mit eher unbekannten Perlen wie Tiny Vipers (Seattle), Weird War (Washington DC) ab. Selbst die vor etwa einem Jahr aufgelöste Band Sleater Kinney darf man hier noch einmal live bewundern.Das Ergebnis läßt sich sowohl sehen, als auch hören.

Dem Konzept entsprechend endet jede DVD mit einer Dokumentation der Zerstörung des Hauses. Auf Dramatik oder unnötiges Drumherum wird hierbei komplett verzichtet. Einige ruhige Bilder der Feuerwehr, die das Ende der alten Häuser dokumentieren ehe der Abspann einsetzt. An der Atlanta DVD mit Musikern wie Shannon Wright oder Deerhunter wird bereits seit einiger Zeit fleissig gearbeitet. Der Release könnte sich jedoch noch etwas hinziehen. Cary konnte uns zumindest keinen genauen Releasetermin nennen. Die vier bisherigen DVDs dieser Serie kann man über die TRIXIE Seite bestellen, auch Amazon Marketplace sei als recht preiswerte Anlaufstelle empfohlen.

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