Ben Lee – The Rebirth Of Venus



Ben Lee, das ewige Pop-Kind, meldet sich zurück. Nach dem gruseligen “Ripe”-Stadionrock à la Bon Jovi, gibt sich der eigensinnige Buddhist auf dem neuen – und frag mich nicht wievielten – Soloalbum von seiner femininen Seite und widmet sich auf diesem Konzeptalbum der Weiblichkeit (?!).

“Das hat noch gefehlt”, denkt man sich direkt und wendet abgeschreckt die Augen vom peinlichen Cover des Longplayers. Doch ganz so schlimm ist die Angelegenheit dann doch nicht. Schließlich hat Lee diesmal musikalisch etwas an den Arrangements gespart und die simpel gestrickten Popperlen, die insbesondere das zauberhafte “Awake Is The New Sleep” auszeichneten, wieder in den Vordergrund gerückt. Da man sich nach den vielen Jahren im großen Musik-Business doch etwas einsam fühlt und Lee sowieso auf dieses spirituelle Einheits-Gedöns steht, hat er für viele der Songs wieder Chöre und Freunde in´s Studio gezerrt. Und diese schaden den Songs keinfesfalls, höchstens bei “Surrender” ist es definitiv zu viel der Massenharmonie und der gut gemeinte Versuch ein zweites “We´re All In This Together” aufzubauen endet in einem nervigen Fiasko, das auf diesem Album sonst nur von der Brechreiz-Nummer “Boy With A Barbie” übertroffen wird. Sonst gibt es nette Fastfood-Songs wie “What´s So Bad (About Feeling Good)”, “Yoko Ono” oder “I Love Pop Music”, die bereits mit ihrem Titel alles sagen, was Lee uns hier zu sagen hat.

Die Unschuld und liebevolle Naivität eines “Grandpaw Would” kann Lee hier natürlich nicht aufleben lassen, ebensowenig die Frische und Kreativität eines “Awake Is The New Sleep” oder seiner Kompositionen für Freunde wie Evan Dando. Was übrig bleibt ist ein Schritt in die richtige Richtung und eine recht nette Folkpop-Platte mit zu viel Zucker im Tank und einigen Abzügen in der B-Note.
[Sebastian Jegorow]

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