Pajaro Sunrise – Done/Undone



Wie soll man Menschen auf eine außergewöhnlich gute Platte aufmerksam machen? Mal ein Versuch: Pajaro Sunrise versorgen Pete Doherty mit Drogen und standen einst mit den Pet Shop Boys und Stone Roses auf der Bühne. Na? Neugierig?

Yes! Got you! Der ganze Schmu ist natürlich gelogen. Dass der neue Longplayer von Pajaro Sunrise mit 22 unprätentiös vorgetragenen Hits einer der Glücksgriffe des Jahres ist und einen Bärenanteil unserer Aufmerksamkeit verdient hat, behauptet der Verfasser hier trotzdem.

Fröhlich harmlose Melodien jagen sich auf dem zweiten Longplayer von Pajaro Sunrise wie kleine Kinder bei Onkel Erwins Geburtstag, bei dem der schweigsame Opa immer ein paar Gläser zu viel trank, rot anlief und plötzlich anfing tragische Geschichten zu erzählen. Solch traurige Geschichten werden trotz aller Glückseligkeit auch hier erzählt. So schön klang Melancholie zuletzt nur bei Seabear. Als Referenz winken ebenfalls immer wieder Simon & Garfunkel und Cat Stevens aus der Ferne.

Und ähnlich wie Simon & Garfunkel (und bei all dem Yusuf-gehabe ja auch irgendwie Cat Stevens) handelt es sich bei Pajaro Sunrise um ein Duo. Die beiden Spanier Yuri Mendez und Pepe López haben bereits mit ihrem Debüt hier und da auf sich aufmerksam gemacht. Was ihnen jedoch mit dem stolze 22 Stücke langen „Done/Undone“ gelingt, ist eine Klasse für sich. Insbesondere bei Songs wie „Disabled“ oder „Come Down“ geht die Rechnung voll auf. Klangheimlich mischen sie zudem mit „Hungry Heart“ ein Bruce Springsteen Cover unter, das selbst die schöne Minnie Diver Version des Songs in den Schatten stellt.

„Done/Undone“ ist wie ein vertonter Alkopop, süß und berauschende Popseligkeit, die dich trotz der Melancholie lächelnd zurücklässt.

[Sebastian Jegorow]

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