Matthias Hellberg & The White Moose – Out Of The Frying Pan, Into The Woods



Ein Blick auf das Œuvre des schwedischen Musikers Matthias Hellberg gleicht dem Griff in eine Wundertüte. Einst Aushilfsgitarrist der Hellacopters und Bestandteil einiger weniger bekannter Rockbands, einst Teil des Duos M. Hederos & M. Hellberg, einst einsamer Songwriter und nun psychedelischer Rockstar einen Elch reitend. Soviele Stilwechsel muss man erst einmal vertragen.

Und wie viele Drogen bei den Sessions zum neuesten Werk des Musikers im Spiel waren, weiß wohl nur der weiße Elch, die Fliegenpilze oder die Nixe, die da in den Wolken auf dem Cover liebevoll dreinblick. „Out Of The Frying Pan, Into The Woods“ ist jedenfalls mehr als nur ein leichtes Anlehnen an Bands wie die Doors oder die Jimi Hendrix Experience. Was noch recht nett und unspektakulär beginnt, mündet bei „Why Is It So?“ in einem exzessiven Trip, der knapp sechs Minuten lang jegliche Vernunft aus den Hörer prügelt. Als ein ähnlicher Spaß entpuppen sich ebenfalls „Mermaid Stomp“ und „Final Call“. Wilde Orgeln und Gitarren sägen hier jeden platt, der auch nur etwas an der ungeschiffen dreckigen Produktion ändern will. Am stärksten wirkt die Platte dann, wenn Hellberg sich und dem Treiben seiner Band jenseits jeglicher Songstrukturen freies Spiel läßt. Dies mag zwar nicht gerade für das vorliegende Songmaterial sprechen, dafür jedoch umso mehr für die musikalische Qualität der Band, die hier alle Register zieht und die mittelmäßigen Songs in wahre Happenings verwandelt. Zum Abschluß folgt „White Moose XXX-Mas“, ein einziges großes Fragezeichen, ein einziges seliges Lächeln. Verrückt.

Es bleibt abzuwarten, mit welchem Haken uns Hellberg überrascht, wenn er erst einmal vom weißen Elch runtergekommen ist. Bis dahin haben wir mit „Out Of The Frying Pan, Into The Woods“ eine recht unterhaltsame Platte zu verdauen
.

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