Kitty Hoff & Forêt-Noire – Zuhause



Mal ehrlich, auch wenn Kitty Hoff mit „Zuhause“ bereits ihr drittes Album veröffentlicht, sagte uns der Name beim Eintrudeln nicht wirklich etwas. Wenn eine Künstlerin jedoch auf Blue Note Germany erscheint und als Gewinnerin des Lale-Andersen-Preises für gehobene Unterhaltungsmusik in die Fußstapfen Tim Fischers und Sandra Kreislers tritt, dann hört man besonders gespannt rein..

Und bereits mit dem ersten Song beantwortet Kitty Hoff alle Fragen nach dem „Was kommt den nu?“. „Frau auf der Brücke“ ist entspannter Jazz-Pop, den selbst eine Norah Jones nicht schöner präsentieren könnte. Ein Chanson voller Todessehnsucht, die nach einem „Gloomy Sunday“ klingt. Der Titel der Platte passt hier gut, denn Stücke wie „Sehr weit oben“ oder das erwähnte „Frau auf der Brücke“ klingen nach intimen Aufnahmen, zu denen sich dann eingängige Popnummern wie „Mahagoni“ gesellen.

Auf ihrem Debüt singt sich die Musikerin durch 14 entspannte Nummern, die ebenfalls zum Großteil von ihr selbst komponiert wurden. Für Begleitung sorgt ihre Hintergrundband Forêt Noire, die für die richtigen Akzente sorgt und sich nur bei Bedarf – wie dem Instrumental „Pension Fuchs“ – in den Vordergrund spielt. .

Dass Jazz und Chanson in deutscher Sprache gut funktioniert, ist nicht selbstverständlich. Trotz Ausnahmen, sind Künstler damit oft genug Baden gegangen. An dieser Stelle zahlt sich der Mut jedoch aus. Die Texte wirken pointiert und ähnlich filigran und leichtfüßig wie die Musik selbst. Hin und wieder wirken einige Nummern zu beiläufig, alles in allem ist dies jedoch ein überaus gelungener Release.
[Sebastian Jegorow]

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