Great Lake Swimmers – Lost Channels



Die Great Lake Swimmers waren nun drei Alben lang 1a-Melancholiker, die sich jedoch immer einen Mangel an Abwechslung nachsagen lassen mußten. Spätestens mit ihrem vierten Album zeigt die Band den Kritikern den Mittelfinger und legt ihnen eine Tüte facettenreicher Songs vor die Füße.

Denn mit dem vierten Longplayer der Band um Tony Dekker bleibt eben nur fast alles beim Alten. Die Musik, für deren Aufnahmen die Band mal wieder eine Tour durch die ungewöhnlichsten Locations der Welt gemacht hat, grenzt teilweise noch immer an Slow Core und nimmt in diesem unverwechselbaren Hall ein entspanntes Bad, ohne sich von dem Treiben da draußen ablenken zu lassen.

Ähnlich wie auf dem Vorgänger „Ongiara“ steht verstärkt das Kollektiv im Mittelpunkt, was den Stücken im Vergleich zu den minimalistischen Aufnahmen der ersten beiden Alben mehr Abwechslung verleiht und die Songs pointierter und griffiger macht. Musterbeispiel hierfür ist der treibende Popsong „Pulling On A Line“, der Opener „Palmistry“ und die Bluegrass-Nummer „The Chorus in the Underground“. Desweiteren glänzt „Everything is Moving So Fast“ mit den Vocals der Musikerin Serena Ryder und einigen zauberhaften Gitarrenschnörkeln.

Im Fokus der Platte stehen weiterhin ruhige Lieder, die auf „Lost Channels“ zu den stärksten der bisherigen GLS-Bandgeschichte gehören. Allen voran die beiden fragilen Balladen „Concrete Heart“ und „Stealing Tomorrow“, bei denen Drekker wie immer auf unnötigen Pathos verzichtet und gerade durch den zurückhaltenden Gesang rührt.

Am Ende dieser Platte bleibt die Gewissheit, dass „Lost Channels“ die eingängigste Platte der Band ist. Und was auch immer auf der anderen Seite des Sees auf die Band wartet, man hofft, dass sie noch viele Alben lang in den vertrauten Gewässern bleiben.

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