A Weather – Cove



Ein neuer Release auf Conor Obersts Team Love Label ist meist eine spannende Angelegenheit. Angefangen bei Berg Sans Nipple über David Dondero bis hin zu Indiepop-Perlen wie Jenny Lewis bietet das Label eine bunte Mischung. Mit A Weather bekommt das Label nun Verstärkung von einer liebevollen Folkband.

Was da hinter dem schönen Cover auf den Hörer wartet, ist ein ruhiges Folkalbum für Teilzeitmelancholiker. Auf „Cove“ wird geflüstert und von kleinen Zehen gesungen. Alles wirkt klein, unschuldig und irgendwie traurig. Die Band aus Portland legt hier eine intime Platte vor, die bereits mit dem Opener „Spiders, Snakes“ die Richtung vorgibt.

Die Songstrukturen sind dabei stets für eine Überraschung gut. So wirken die Stücke meist zunächst durchschaubar, um den Rezipienten kurze Zeit später mit unerwarteten Schlenkern zu überraschen. Musterbeispiel hierfür ist das verträumte „Shirley Road Shirley“ und das darauf folgende „Screw Up Your Courage“, bei denen mehrere Parts sich frei abwechseln, um am Ende in einer Einheit zu münden. Am ehesten erinnern die Stücke wohl an eine Mischung aus Beach House, Mojave 3 und Neil Halsteads ersten Soloalbum, wobei A Weather noch harmloser und leiser als die genannten Referenzen zur Sache gehen.

Für Begeisterungsstürme ist dieses Debüt vielleicht zu unscheinbar und brav, einige überaus angenehme Durchläufe und einen Platz auf dem Regal mit den Platten für lange Winterabende jedoch auf jeden Fall wert.
[Sebastian Jegorow]

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