Squarepusher



Sie sind eine Rarität. Diese unantastbaren Namen der Musikszene, die souverän über sämtlichen Szenen und Trends stehen, und ein unanfechtbares Image besitzen. Zum einen, weil sie mit all dem Pop-Schmu nichts zu tun haben, und zum anderen, da nur eine kleine Anzahl von Menschen die Musik nachvollziehen kann und die Geduld aufbringt sich mit ihr auseinanderzusetzen.

Thomas Jenkinson erfüllt wohl beide Voraussetzungen. Der Künstler, der unter dem Namen Squarepusher bekannt geworden ist, zählt zu den Legenden der Musikgeschichte und veröffentlicht mal um mal Platten, die bei den Fans und Kritikern für große Euphorie sorgen, sich jedoch konsequent von der Massenkultur abwenden.

Am Anfang der Erfolgsgeschichte steht seine Entdeckung durch Richard David James alias Aphex Twin und der darauf folgende Release der Platten “Squarepusher Plays…” und “Feed Me Weird Things” auf dessen Label Rephlex. Trotz Jenkinsons jungen Alters von 21 Jahren, stechen die beiden Veröffentlichungen aufgrund der unfassbaren Reife und des Mutes aus der Masse hervor. Ähnlich wie das zu der Zeit recht neue Aphex Twin Album “Caustic Window”, bietet “Feed Me Weird Things” einen frischen Sound, der bis dato unvorstellbar war. Das freie Spiel in einem Klangkörper, der referenziell wohl irgendwo zwischen den Chemical Brothers und Miles Davis gespannt werden kann, stößt auf große Beliebtheit und sorgt für einen ersten Achtungserfolg.

Im Anschluß folgt der Wechsel zum Warp Label, das heute zu den innovativsten Labels gehört, und damals bereits für Veröffentlichungen von Projekten wie Nightmare On Wax , Aphex Twin oder Alex Paterson verantwortlich war. Der Rest der Squarepusher-Geschichte ist . Immer wieder gelingt es dem Künstler sich allen Erwartungen zu entreißen und ein um´s andere mal ein Meisterwerk zu veröffentlichen.

Musikalisch sollte der Hörer sich stets nach dem Motto “expect the unexpected” langsam und unvoreingenommen an die Musik heran tasten. Bei einem Blick zurück auf die Squarepusher-Diskographie fällt insbesondere das Meisterwerk “Ultravisitor” in´s Auge, das die unterschiedlichen Jazz-Einflüsse (die insbesondere in Rahmen der Schlagzeug-Spielereien zur Geltung kommen), Elektroelemente und Momente der rohen Schönheit eines schlichten Bass- oder Konzertgitarren-Solos vereint. Und eben dieser homogene Eindruck einer facettenreichen Soundcollage entsteht auch bei der Rezeption des neuen Albums “Just A Souvenir”. Statt einer schlichten Aufteilung in Tracks, scheint das Album eher aus drei bis vier Phasen zu bestehen. Dies fängt mit einem verrückten Popsound der 80er an, der sich langsam etabliert und nach einigen Stücken plötzlich in ein abgedreht produziertes Gitarren-Inferno mit einem Hauch Drum n Bass Wucht verwandelt, um schließlich in dem genialen Jazz-Epilog zur Ruhe zu kommen. Einfach macht es Jenkinson dem Hörer trotz der catchy Momente der ersten Stücke dabei auch diesmal keinesfalls.

Mal um mal steigt der Hörer anfangs überfordert aus dem zielstrebigen Squarepusher-Wagen, um dann doch immer wieder von dem Sound und der Herausforderung angezogen zu werden. Und irgendwann folgt er dann tatsächlich. Der Moment, in dem alles Sinn macht. In dem man spürbar Freude an den wüsten Sounds, dem virtuosen Spiel und dem exzessiven Treiben der Tracks empfindet. Erkenntnisgewinn könnte man so etwas nennen. Whatever.

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