Ben Kweller – Changing Horses



Da ist es also, das lang erwartete vierte Album von Ben Kweller, auf dem er einmal mehr die Gangart wechselt. Nach dem sanften Shift von süßen Popperlen in´s rockigere New York, folgt nun der Wandel zum Country.

Und ähnlich wie damals beim Release des “On My Own” Albums, wollte mir das anfangs so gar nicht passen. Never change a fucking winning team, hätte ich BK am liebsten in´s Ohr gebrüllt und fühlte mich bestätigt, als der mittelprächtige Opener “Gypsy Rose” so gar nicht zünden wollte. Auch im Bezug auf “Changing Horses” folgte jedoch wieder ein Sinneswandel, denn an sich bleibt Kweller auch nach dem umsatteln das sympathische Schlitzohr, das sich hier einfach nur einen Cowboyhut über die XXL-Mähe gestülpt hat und sich bei seinem musikalischen Austoben auf einige typische Country-Instrumente gestürzt hat. Bemerkenswert ist hierbei die Konsequenz, mit der er diesen neuen Weg bestreitet.

So sind selbst typische BK-Songs wie “Old Hat”, die auch auf den Vorgängern der “Changing Horses” Platte eine gute Rolle spielen könnten, plötzlich voller Pedal-Steel-Gitarren. An sich nähert er sich durch diesen Wandel eindeutig seinem alten Freund Evan Dando an, der sich in den guten alten Lemonheads-Glanztagen ebenfalls stark vom Country-Sound geprägt wurde. Ganz bewußt wieder diese kleine Reminiszenz an alte Lemonheads-Songs der “Car Button Cloth” Platte beim fantastischen Uptempo-Song “On Her Own”.

Ob nun mit der E-Gitarre, dem Flügel oder einer schlichten Western-Gitarre bewaffnet; BK bleibt auch
mit 27 Jahren einfach das Pop-Kid mit den Ohrwurm-Genen, das zum Siegen verdammt ist.
[Sebastian Jegorow]

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