Delta Spirit – Ode To Sunshine



Anderthalb Minuten dauert der erste Track des Delta Spriti LP-Debüts “Ode To Sunshine“. Die geschrubbten Saiten der Akustikklampfe treiben Sänger Matthew Vasquez noch relativ ungefährlich vor sich her, die Ouvertüre ist geschmeidig und wiegt einen vorm bald darauf einsetzenden Feuerwerk in Sicherheit. “Trashcan“, “People C’Mon“, “Parade“ und “Children“ sind im Fortlauf der Platte, die lauten Feuergranaten. Vasquez schreit sich die Seele aus dem Leib und könnte trotzdem jederzeit auch Motown-Nummern trällern.

Hinter ihm rollt Sean Walkers Indie-Rock’n’Roll-Gitarre, Jon Jamesons Hobo-Bass und Kelly Winrich und Brandon Young klopfen, trompeten und hämmern auf allem rum, was ihnen in die Quere kommt. Eine spontane Geste reiht sich an die nächste, sie passen auf die Bühne, ins Cabin-Studio, in die Fußgängerzone, auf den progressiven Farmers Market oder auf die lustig angestrichene Parkbank.

Zwischendurch streut das Quintett immer wieder besinnliche Momente ein. “House Built For Two“ trabt leise zum tonnenschweren Herzschmerzpiano, “People, Turn Around“ hat viel zu sagen und porträtiert subtil die amerikanischen Bush-Jahre. Das große Improvisationstalent und der aus dem Effeff beherrschte und im Detail steckende Teufel wird von Delta Spirit in diversen großartigen Outros angedeutet. Kleine, instrumentale Epiloge, die diese Nummern nur noch weiter aufwerten. Der Titeltrack “Ode To Sunshine“ schließt nach knapp 45 Minuten ähnlich geschmeidig, wie der Opener “Tomorrow Goes Away“ alles beginnen ließ. Ein aufregender Tag im Leben von Delta Spirit hat trotz aller Abwechslungen auch Parallelen im Petto.

Eigentlich erschien das Album bereits 2007. Mit neuem Artwork und aufgestockt durch das anklagende “Streetwalker“ veröffentlichte Rounder Records die Platte im August erneut. Die Damen und Herren Plattenlabelbosse dürfen sich jetzt ein Loch ins Knie freuen, denn sie haben – das steht für mich schon jetzt fest – eins der besten Alben des Jahres an die Angel bekommen. This world is burning down and you’re the ones to lead, singt Vasquez in ”Children”. Change is coming…
[Sascha Knapek]
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