Brügge sehen…und sterben?



Nochmals Farell und nochmals die Frage nach ethischen Grundfragen. Diesmal stehen diese jedoch deutlich im Vordergrund und werden von einem Newcomer in Szene gesetzt. Martin McDonagh, der 2006 den Oscar für seinen Kurzflm “Six Shooter” bekam, versucht sich hier zum ersten mal an einem Kinoflm.

Und dieser erste Versuch gelingt ihm auf voller Linie. Seine Geschichte der beiden Auftragsmörder, die von ihrem Boss in das ruhige Brügge geordert werden, ist jedenfalls eines der Highlights des Filmjahres. Regisseur McDonagh schafft es tatsächlich wie kein anderer die so oft herbeizitierte volle Klaviatur der Gefühle des Zuschauers zu spielen und das Gemüt ordentlich durchzurütteln. Die wunderschöne Kulisse der Stadt Brügge wird zum Schauplatz eines
interessanten Thrillers, der einige deftige Schockszenen und wehmütige Melancholie mit viel Humor mischt und zwischen den Zeilen kleine philosophische Stolpersteine hinter sich läßt.

Die Stärke des Films ist der immer wiederkehrende Bruch mit Erwartungen und Hollywood-Gewohnheiten. So pfeifft der Filmemacher auf political correctness, baut einige interessante Wendungen in die Story ein und überrascht immer wieder mit großartigen Dialogen. Trotz der unzähligen Elemente und der dichten Story verfällt dieser Film immer wieder in langsame Kamerafahrten und Detailverliebtheit, die dem Popcorn-Zuschauer als langatmig aufstoßen würden.
Dies ist das Musterbeispiel eines Genreübergreifenden Films und wohl auch das Musterbeispiel eines Films im Allgemeinen.

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