Mason Jennings – In The Ever



Nach zwei starken Auftritten auf dem Soundtrack des Dylan-Biopics “I’m Not There“ hat Mason Jennings endlich das schon seit Jahren bestehende Angebot seines Freundes Jack Johnson angenommen und im Mai sein erstes Album auf Jack Johnsons Label Brushfire Records veröffentlicht. Insgesamt ist es Mason Jennings siebte Platte und nach dem Major-Ausflug namens “Boneclouds“, schaltet er wieder einen Gang runter und präsentiert dank entspannter Rahmenbedingungen ein wahrhaftiges Album eines wahrhaftigen Troubadours.

Fast gänzlich allein hat Mason Jennings “In The Ever“ im beschaulichen Minnesota eingespielt, aufgenommen und produziert. Ein altes Piano, angeschlagene Akustikgitarren, eine leicht rostige Mundharmonika und das unverwechselbare Jenningsorgan prägen alle elf Tracks. Die Pose des umherziehenden Songwriters stand dem 33-jährigen immer schon am besten und vielleicht wirken die Zuggeräusche auf “Going Back To New Orleans“, das wunderschön altmodische “Memphis, Tennessee“ und der knarzige Anti-Pop von “Soldier Boy“ auch deshalb so punktgenau. Mason Jennings erzählt Geschichten und verpackt diese in einfache, aber wohlgefeilte Melodien. In der Albummitte das Livestück “Your New Man“ einzustreuen, ist darüber hinaus eine der bezaubernderen Ideen des bisherigen Veröffentlichungsjahres 2008.

Man darf gespannt sein, wohin es den Songschreiber beim nächsten Album verschlägt. Die Zusammenarbeit mit Brushfire Records geht bei “In The Ever“ auf jeden Fall prima auf und dürfte auch für Jennings’ Verkaufszahlen nichts Schlechtes bedeuten. Das Zugpferd wird natürlich auch in Zukunft der surfende Superstar bleiben, die weitaus bessere und beseeltere Platte hat 2008 jedoch Mason Jennings abgeliefert.
[Sascha Knapek]

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