James Yorkston



Irgendwann vor nicht allzu langer Zeit traf ich auf einem Björn Kleinhenz Konzert eine Fotografin, die mir James Yorkston an´s Herz legte. Im Laufe des Abends schrieb sie den Namen James Yorkston auf einen alten Zettel, damit ich ihn nicht vergesse. Nachdem ich den Zettel zunächst irgendwo verbummelt hatte, fand ich ihn beim Umzug zwischen deprimierenden Kontoauszügen und verdrängten Postkarten wieder.

Nach kurzem Reinhören konnte ich nachvollziehen, weshalb die Fotografin damals voller Euphorie von der Platte des vergangenen Jahres sprach und beim Schwärmen für wenige Sekunden abwesend wirkte. Nun veröffentlicht Yorkston sein neues Album, ich bin ein Eingeweihter und kann seinen Namen hier auf einen kleinen Zettel schreiben und ihn euch in die warme Hand legen. So schön kann die Scheiße mit der Musik sein.

Der Musiker wurde im schottischen Kingsbarns (Fife) geboren. Der Rest – eine Liebe, eine Gitarre, Umzüge und irgendwann (mit 18 als Support von Bert Jensch) der erste Auftritt und die erste Demo – ist die typische Geschichte, die man in Magazinen alle Nase lang liest. Der Durchbruch folgte, als seine
Demo von John Peel in einer seiner Sendungen gespielt wurde. Darauf folgte der offizielle Release der “Moving Up Country” Platte und der langsame Aufstieg.

Yorkston wird auf den Platten meist von seiner Band, die er die Athletes nennt, begleitet. Diese besteht meist jedoch aus einer losen Ansammlung von Freunden. Hin und wieder kommt es zu Kolloberationen mit Musikern wie King Creosote. Dem Neueinsteiger seien an Alben insbesondere “Just
Beyond The River” und “Year Of The Leopard” empfohlen.

Doch auch Yorkstons neue Platte “When The Haar Rolls In” zählt zu den Glanzstücken seiner Karriere. Wundervoll arrangierte Songs, die hin und wieder selbstverliebt vor sich hin tanzen. Die Stimme, die zunächst aalglatt und unscheinbar wirkt, gewinnt mit der Zeit an Tiefe und wächst dem Hörer mit jedem Stück an´s Zuckerherz. Was soll ich euch sonst noch über den Songwriter erzählen? Was wäre noch wichtig? Ich denke Nichts, die Musik sollte genügen. Songs wie “Shipwreckers”, “Heron” oder der “Surf Song” sind unfassbare Schönheiten und pefekte Herbstmusik. Schneidet euch den unteren Zettel heraus (nun ok, zunächst müßt ihr den Mist hier ausdrucken, diese eine Seite reicht jedoch) und steckt ihn in eure Hosentasche. Godspeed.

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