Malcolm Middleton



Am Ende der Ten Years Of Tears resümierten Arab Strap kurz und knapp “There Is No Ending”. Sowohl Aidan Moffatt, als auch Malcolm Middleton machen mehr oder weniger fröhlich weiter Musik. Und im Falle des 35 Jährigen Malcolm Middleton ist die Solokarriere unter dem eigenen Namen sogar ein alter Schuh.

Bereits während seiner Zeit bei Arab Strap veröffentlichte der Musiker (genauso wie Moffat, der sich jedoch dabei den Künstlernamen Lucky Pierre gab) drei famose Soloplatten. Nun erscheint, in etwa parallel zur sonderbaren richtigen Debütplatte seines Mitstreiters Aidan John Moffat, das vierte Malcolm Middleton Album “Sleight Of Heart”. Während Moffats erstes Album unter dem eigenen Namen voller kurzer Songschnippsel, Bukowski-Härte, Poesie, Spoken Word Passagen, Sex und frischer Klänge steckt, geht Middletons “Sleight Of Heart” deutlich stärker in Richtung Folk und hält sich am typischen Songwriting fest.

Eine Akustikplatte, die auf die Beats und satten Gitarren der Vorgänger verzichtet und den rohen Song in den Fokus setzt. Dabei waren die Vorgänger “A Brighter Beat” und “Into The Woods” noch deutlich von Beats und Popharmonien geprägt. Pop für Erwachsene war das. Nun kehrt Middleton jedoch wieder zurück zu den Wurzeln und schmiegt sich eher an den traurigen Clown und sein folkiges Solodebüt “5:14 Fluoxytine Seagull Alcoho” heran. Dafür, dass sich auch die Arab Strap Fans an der Platte erfreuen können, sorgen die typischen Ingredienzen, die man auch bei den Vorgängern, bei Moffats Soloplatten und den Arab Strap Songs wiederfindet. Die einzigartigen Texte, in denen geflucht wird, wenn geflucht werden muss, der faszinierende Akzent und das pragmatisch prägnante Songwriting. Eine gewöhnlich ungewöhnliche Chemikal Underground Platte ist das, die er uns da vor die Füße legt. Der Songwriter, der oft auch privat als ein melancholischer Mensch bezeichnet wird und dessen Single “We´re All Going To Die” in der Heimat pünktlich zu Weihnachten in den Radios rauf und runter gespielt wurde, zeigt sich in Wirklichkeit desöfteren als positiv und überaus sympathisch. Seine Jugend verbrachte der Musiker in Falkirk und zog nach der Gründung des Arab Strap Projekts 1996 nach Glasgow.

Im Laufe der Zeit entwickelte er gemeinsam mit seinem Mitstreiter den eigenen Stil.
Wo sonst bekommt man Zeilen wie “Woke Up Again Today / Realized I Hate Myself / My Face Is A Desease” (Malcolm Middleton – A Happy Medium) in toll arrangierten Folksongs mit einem solch bezaubernden Akzent geschmettert. Das besitzt Spannung, das ist großartig, das nimmt kein Ende. Gott sei Dank!
[Sebastian Jegorow]

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