G. Love & The Special Sauce – Superhero Brother



Zunächst Vorsicht! Boxen beim ersten Hören der neuen G.Love leiser drehen. Die Platte fängt nämlich mit einem sonderbar disharmonischen Krach an. Dies hat zumindest den Rezensenten vom Stuhl gekickt. Nach wenigen Sekunden pendelt sich der Opener jedoch wieder auf das üblich coole G.Love Niveau ein und entwickelt sich zu einem recht guten Song.

Und eben dieses üblich coole G.Love-Niveau scheint zunächst die Schwäche der Platte zu sein. Zu flott verfallen die Stücke im üblichen G.Love-Coolness-Brei. So fällt die Sichtung der Hits und Favoriten zunächst recht schwer. Hier und da horcht der Hörer auf und verliebt sich direkt in das bezaubernde „Wontcha Come Home“. Erst nach dem ein oder anderen Durchgang kommen immer mehr Favoriten hinzu. Zu diesen zählt der Titelsong, der bereits einige Jahre auf dem Buckel hat und zu beginn der Bush-Ära geschrieben wurde. Hier setzt der Songwriter mit viel Fingerspitzengefühl und Ironie seine Spitzen an.

G.Loves 10tes Studioalbum ist vielleicht nicht sein bestes und reicht an Platten wie Philadelphonic oder sein selbstbetiteltes Debüt von ‘94 nicht heran. Der sonnige Songwriter hält mit den neuen Songs
jedoch die beachtliche Klasse des Vorgängers und bleibt nach dem Ableben der Fun Lovin´ Criminals
das coolste Pferd der Musikszene.
[Sebastian Jegorow]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.