Calexico – Carried To Dust



Mit dem Vorgänger brachen Calexico sich selbst einen Zacken aus der prachtvollen Krone. Die Metamorphose der verspielten Prachtstücke hin zum folklastigen Song gelang nicht sonderlich. Oft lag dies an den Songs selbst, die kaum überzeugen und mit der Folk-Konkurenz nicht mithalten konnten. Da war deutlich zu viel Villabajo und zu wenig Villarriba am Werk..


Nun folgt der Nachfolger und Calexico machen es diesmal besser und überschwemmen den ausgetrockneten Sound des Vorgängers mit einer Welle der Spielfreude. Der oft herbeizitierte Spagat trifft es hier wohl perfekt. Einerseits trägt die Combo die Stücke mit dem verlorenen Charme der alten Tage vor und verwandelt die Platte in ein musikalisches Esperanto voller fremder Einflüsse. Andererseits bleibt sie dem Wandel zum Folk treu. Auch hier steht das Songwriting wieder im Vordergrund und passt sich mehr denn je dem typischen Aufbau eines Pop-Songs an. Im Gegensatz zu den öden Nummern auf „In Ruin“, sind die Songs diesmal jedoch deutlich eingängiger und klingen desöfteren endlich wieder nach einer Siesta.

Bereits die ersten beiden Songs erinnern an alte Glanztage und lassen sich wohl am ehesten mit „Hot Rail“ vergleichen. Im Laufe der Platte setzt sich dann doch immer wieder der reduzierte Song durch, was die Freude an der Platte jedoch angesicht solch wunderschöner Stücke wie Burns Duett mit Pieta Brown kaum. Natürlich ist „Carried To Dust“ kein zweites „Feast Of Wire“ und von dem verrückten „Spoke“ weit entfernt. Konträr zum Titel handelt es sich hierbei jedoch trotzdem um ein prächtiges Werk aus der Calexico-Diskographie.
[Sebastian Jegorow]

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