Bauhaus



Reunions sind im Musikgeschäft keine Seltenheit. Wenn eine Band sich trennt, ist es oftmals kein „Aus“ für immer. Die Gründe warum man sich wieder gemeinsam in die Musikwelt begibt sind unterschiedlich, und genauso unterschiedlich sind die Ergebnisse.

Manchmal macht es Sinn und die Fans sind erfreut. Manchmal scheint es aber auch leider so, als ob es nur darum ginge noch ein wenig Geld mit einem großen Namen zu verdienen. Eher selten ist aber eine Reunion, die sich insgesamt über 10 Jahre hinzieht, nur um dann wieder mit einer Trennung der Band abzuschließen, so wie es bei Bauhaus geschehen ist, den Gothic- und Punk-Pionieren schlechthin.

Gegründet wurde Bauhaus im Jahr 1978 von Daniel Ash, David Jay, Kevin Haskins und Peter Murphy, allesamt Kunst- und Architekturstudenten. Somit erklärt sich auch der Name, bei dem man sich einfach des gleichnamigen Architekturstils bediente. Bereits die erste Single „Bela Lugosi‘s Dead“ war ein beachtlicher Erfolg und avancierte zum Klassiker. Nach einem Labelwechsel und weiteren Singles folgte dann „In The Flat Field“, das Debüt-Album der Band aus Northampton. Diese ersten Singles und auch das entsprechende Album waren sehr sperrig und experimentell. Das zweite Album, „Mask“, gestaltete sich zwar wesentlich zugänglicher, führte den typischen Bauhaus-Stil aber trotzdem weiter und übertraf den Erfolg seines Vorgängers bei weitem. Mit dem darauffolgenden Album „The Sky’s Gone Out“ und der dazugehörigen Single „Ziggy Stardust“, einem Cover des David Bowie-Klassikers, feierten Sie dann den größten Erfolg ihrer kurzen Bandgeschichte.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Band war den Aussagen der einzelnen Mitglieder nach nie ganz einfach, steigerte sich aber so weit, dass man sich nach dem vierten offiziellen Album, „Burning From The Inside“, auflöste und getrennte Wege ging.

Peter Mit dem Song „Cuts You Up“ gelang im sogar ein Hit, der sich mehrere Wochen in den oberen Regionen der US-Charts hielt. Daniel Ash, Gitarrist von Bauhaus, gründete zunächst sein Projekt Tones On Tail, um sich kurz danach mit den anderen beiden Ehemaligen der Band zu Love And Rockets zusammenzuschließen.

1998 begann dann die von vielen Fans ersehnte Reunion von Bauhaus mit einer gefeierten Welttournee. Mit Ausnahme eines Covers des Dead Can Dance-Songs „Severance“ gab es aber kein neues Material zu hören. Man brachte mit „Crackle“ lediglich ein Best Of-Album auf den Markt. Nach dieser Tour erschien dann mit „Gotham“, ein Live-Dokument des Ereignisses auf DVD und CD. In den Jahren 2005/2006 folgte dann eine weitere Tour, auf der ebenfalls wieder ein neues Cover mit ins Programm genommen wurde. Diesmal handelte es sich um Joy Divisions „Transmission“. Neues Studiomaterial blieb man den Fans aber weiterhin schuldig.

Im März 2008, als eigentlich schon niemand mehr damit gerechnet hätte, erschien dann „Go Away White“, das fünfte Studio-Album von Bauhaus, 25 Jahre nach „Burning From The Inside“. Gleichzeitig gaben Peter Murphy und der Rest der Band die endgültige Trennung der Band bekannt. Diese Entscheidung wird nicht zuletzt wieder mit der schwierigen Zusammenarbeit zwischen den Bandmitgliedern begründet.

Das Album selbst ist wie eine Zeitkapsel und transportiert den typischen Bauhaus-Sound aus dem Jahr 1983 ins Jahr 2008. Aber Musik funktioniert manchmal auch nur in einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Bedingungen. So gut „Go Away White“ auch ist, so wirkt es in der heutigen Zeit doch etwas deplatziert. Aber es ruft auch Erinnerungen wach an andere Zeiten, in denen nicht immer alles besser, aber doch einiges anders war als heute.

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