Unterwegs mit Götz Widmann 3


„Das zu verbieten ist schamlos, sie könnten’s langsam mal kapieren, Haschisch rauchen macht harmlos, also los Leute, legalisieren.“ Der Mann auf der Bühne mit der runden Brille und dem freundlichen Grinsen erinnert an unseren Lehrer Dr. Specht. Doch bereits mit dem ersten Lied des Abends wird auch dem letzten Gast klar, dass hier kein netter Pädagoge mit Gitarre und Mikrofon steht.

Götz Widmann ist Liedermacher. Seit 15 Jahren tingelt er durch Deutschlands Kneipenlandschaft. 15 Jahre Tournee. 15 Jahre Musik, 15 Jahre Drogen & Alkohol.

6. Februar. 21 Uhr. Mainz
Widmann steht mitten im Scheinwerferlicht und schaut schüchtern in die Menge. Seine wuscheligen Haare geben ihm etwas Verschrobenes, Kauziges. Er trägt ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift „Monsters of Liedermaching“ und Anzeichen von Unsicherheit im Gesicht. Der Kellerraum, in dem er auftritt, ist heruntergekommen: Der Putz blättert von den vergilbten Wänden und die Luft ist bereits zu Beginn des Auftritts schneidend vor Hitze und Qualm – denn das Rauchverbot scheint hier niemanden zu interessieren. Doch je mehr das Publikum – eine bunte, dicht gedrängte Menge aus Punks, Studenten und Lebenskünstlern – seine Texte mitsingt, desto intensiver werden Widmanns Bewegungen auf der Bühne: Zunächst ist es nur ein Fuß, doch nach und nach wiegt sich sein gesamter Körper im Takt der Akkorde. Die Refrains explodieren förmlich aus seinem Mund, die ersten Schweißperlen glänzen auf seiner Stirn. Zwischen den Songs wischt er seine Hände an der graukarierten Stoffhose ab, die schon vor dem Konzert von zahlreichen Flecken unterschiedlicher Herkunft übersät schien.

„Eines wurd’ mir dabei klar, dass ich zu weich zum Schuften war. Ich wollte nichts verkaufen, ich wollte lieber saufen. Ich hasse es, mich anzupassen und mich anbrüllen zu lassen – dafür schlaf ich gerne länger, das Bequemste war dann Sänger.“ Widmann gibt alles. Der bekennende Kiffer singt über Alkohol, Frauen und immer wieder über Drogen – Lieder, die seine Fangemeinde wie Hymnen intoniert. Götz Widmann hat sichtlich Spaß daran, sein Publikum zu animieren und mit ihnen im Wechsel zu singen. Der Schweiß rinnt inzwischen in Sturzbächen über sein Gesicht, auf dem Boden hat sich eine kleine Pfütze gebildet. Während einige Zuschauer schon nach drei Minuten Mitsingen nach Luft hecheln, macht Widmann keine Pause.

Nicht einmal nach dem Titellied seiner neuen CD. „Böäöäöäöä“ist ein Song, bei dem er sich körperlich so verausgabt, dass mancher Zuschauer ängstlich Widmanns Halsschlagader im Auge behält, so stark tritt sie hervor. Nachdem dem letzten Gitarrenakkord holt Widmann den prall gefüllten Merchandisingkoffer mit seinen inzwischen 10 CDs, einer DVD und einigen T-Shirts hervor und setzt sich auf die Bühne. Während Mick Jagger Backstage Schampus und Schnittchen serviert bekäme, muss Widmann nun seine Brötchen verdienen. Geld und Ware wechseln den Besitzer, wobei Widmann für jeden Wunsch ein offenes Ohr hat. Als ihm der Veranstalter von der Seite ein kaltes Bier reicht, leuchten seine Augen. „Wahnsinn, toll, dass du an mich gedacht hast“, sagt er, bevor er die Flasche ansetzt und genüsslich trinkt. Eine halbe Stunde später hat er Taschen, Koffer und Gitarre hinter der Bar verstaut und mischt sich unters Volk. Gelegentlich trifft er Bekannte von früheren Konzerten. Einige hübsche Frauen sprechen ihn an. „Ich könnte mir keinen anderen Job vorstellen“, grinst Götz und holt sich ein weiteres Bier von der Bar. Durchschnittlich kommen 200 Besucher pro Konzert.

„Jetzt muss bald der nächste Karriereschritt kommen, dass ich in größeren Hallen spiele.“ Widmanns Augen leuchten trotz des dunklen Kellerraumes. Doch so richtig scheint er sich das noch nicht zuzutrauen.

“Ich liebe Superskunk und ich liebe Sauce special. Aber eine Sache gibt’s, da bin ich meganational. Es kam über die Jahre und jetzt sitzt es ziemlich fest, solang’s um Fußball geht, hass’ ich Holland wie die Pest.”

Fußball ist nach der Musik die zweite große Leidenschaft Widmanns. Als er zum Zwei-gegen-Zwei-Duell am Kickertisch aufgefordert wird, ist er nicht mehr zu bremsen. Er stellt seine Bierflasche auf den Rand hinter der Torlinie und legt los. Zusammen mit seiner Mitspielerin gewinnt er ein Spiel nach dem anderen und ist ganz in seinem Element: Bier, Musik, Kickern und Fachsimpeln: Über seinen Lieblingsverein Borussia Mönchengladbach. Tänzelnd jubelt er über gelungene Aktionen, klatscht strahlend mit seiner Partnerin ab. Im Enthusiasmus verschiebt Widmann bei einem Torschuss den Kickertisch, so dass die beiden aktuellen Bierflaschen herunterfallen. Blitzschnell taucht er ab und rettet die beiden Flaschen – nicht ohne sich das vollere zuzuteilen.„Leider bleibt mein Publikum etwa gleich alt, während ich älter werde“, sagt Widmann leicht frustriert, um gleich darauf eine junge Frau mit zwei Küsschen zu begrüßen. . Er wirkt wie ein Student, der den Absprung nicht geschafft hat – und sein Studium künstlich in die Länge zieht, um ja nicht von der Uni weg zu müssen.

Eine Stunde später steht er an der Tanzfläche, Bier und Zigarette in einer Hand. Erst gegen 7 Uhr früh verlässt Widmann die Feier: „Ich schlafe heute in der WG der Veranstalter. Das ist mir tausend Mal lieber als in irgendeinem sterilen Hotel.“

7. Februar. 13 Uhr
Mainz. Widmanns Wecker klingelt. Für ihn ist 13 Uhr mitten in der Nacht, denn normalerweise steht er nicht vor 16 Uhr auf. Heute jedoch muss er Kriss vom Bahnhof abholen und dann weiter nach Freiburg zum nächsten Auftritt fahren. Der 25-jährige Kriss spielt heute im Vorprogramm und ist Widmanns Ex-Azubi. Ein Liedermacher als Ausbildungsbetrieb? „Zu Zeiten der rot-grünen Regierung ging das. Kriss hatte bei mir ein Praktikum im Konzertmanagement gemacht. Danach kam er auf die Idee mit der Ausbildung.“ Widmann grinst breit. „Ich glaube, er hatte die entspannteste Ausbildung, die es gibt.

Auf viel mehr als vier Arbeitstage im Monat kam er wohl selten.“ Die restliche Zeit waren die beiden auf Tournee und im Studio. „Dadurch hat er aber alles Notwendige gelernt.“ Inzwischen hat Kriss seine erste eigene CD aufgenommen. Doch sein alter Lehrmeister, der sich in seinen Liedern oft als faul und lethargisch bezeichnet hat und sich damit in der Tradition des Diogenes sah, mahnt: „Ich muss ihm hin und wieder in den Hintern treten, damit er ihn hoch bekommt und seine Karriere organisiert.“

7. Februar. 18 Uhr 30. Freiburg.
80 Konzerte gibt Widmann im Jahr. „Das schlaucht“, schnauft er, als er aus seinem blauen und betagten VW Passat steigt. Er ist noch wacklig auf den Beinen. „Ein Konstantin Wecker kommt mit seinen 60 Jahren auf 130 Auftritte – Wahnsinn. Ab nächstem Jahr werde ich versuchen, meine Auftritte zu bündeln, um länger am Stück Freizeit zu haben.“ Dann hätte er auch mehr Zeit für seine Tochter. „Lea ist 12 und in ihrem Zimmer liegt jetzt schon die Bravo“, schüttelt er fast ungläubig den Kopf. Lea wohnt bei ihrer Mutter, zu der Widmann immer noch ein gutes Verhältnis hat.

„Dein Vater hat ´nen Kater und deine Mama den Katzenjammer. Ihr geht’s nicht gut, sie hat gebrochen – sei lieb, du hast es doch versprochen.“

Zögerlich betritt Götz Widmann die Freiburger Kneipe, in der er die nächsten beiden Abende auftreten soll. Er trägt ein rotes Hemd, das heute ähnlich zerknittert ist wie sein Gesicht. Dazu die gleiche Hose wie am Vorabend und braune Lederschuhe mit Klettverschluss, an denen die letzten Jahre nicht spurlos vorübergegangen sind. Sein schwarzes Cord-Jackett legt Widmann auf die Bühne. Zusammen mit Kriss trägt er Gitarren, Verstärker und massenweise Kabel in die Kneipe. Widmann schaut sich müde um und überlegt, wo er die Mikrofone aufhängt: „Wir nehmen derzeit meine neue Live-CD auf, da brauchen wir schon mal eine Stunde länger beim Aufbau.“ Widmann streicht sich über seinen Vier-Tage-Bart, der sein rundliches Gesicht gemütlich wirken lässt. Er diskutiert mit einem Techniker der Kneipe über Phantom, Dongle, Ibox. Musikerlatein.

Das Atmen fällt ihm heute sichtlich schwer. Als er mit zittrigen Beinen auf der Leiter steht, wird unter seinem Hemd ein deutlicher Bauchansatz sichtbar. Das Handy klingelt. Parallel zum Aufbau vereinbart er mal eben neue Konzerttermine. Dann rennt er wieder umtriebig und scheinbar unstrukturiert über die Bühne, die sich langsam, aber sicher mit Kabeln füllt.

Nach dem Aufbau gibt es ein warmes Essen vom Veranstalter: Steak mit Salat. Dazu ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank im Backstage-Raum. „Ich hab ne Scheiß-Mischung aus verkatert und nervös“, grummelt Widmann, als er kurz vor seinem Auftritt durch den Raum tigert. Für Ablenkung sorgt Markus, ein alter Freund aus gemeinsamen Abitagen. Eine herzliche Umarmung, ein paar blöde Sprüche. Als wäre die Zeit stehen geblieben. Markus gibt den Blick frei auf einen etwas anderen Widmann – den Überflieger: „Er war Klassenbester. Und mit seiner Lateinklausur immer so schnell fertig, dass er sich anschließend meinem Heft gewidmet hat – mit gefälschter Handschrift. Ohne ihn hätte ich mein Abitur nie geschafft.“

Widmann grinst. Die beiden Freunde erinnern sich an alte Lehrer und Mädchen von früher sowie das stets volle Klassenbuch.

„Immer wenn’s mich umhaut und mir schwindet der Humor, stell ich mir Politiker beim Ficken vor.“

Als Widmann auf die Bühne geht, prallen ihm gleich die ersten Liederwünsche entgegen. „Was ich heute nicht spiele, kommt morgen“, wirbt er für sein Doppelkonzert. Und greift umgehend in die Saiten. Alte Hits wechseln mit neuen Stücken, die beim Publikum sehr gut ankommen. Auf der Bühne redet er über seine Tour und dass er abnehmen will – mit
flüssigen Kohlenhydraten… Als er nach drei Liedern gierig die große Wasserflasche ansetzt, grölt ein Zuschauer „Das sind aber keine Kohlenhydrate.“ „Bist du Ernährungsberater, oder was?“, ruft Widmann und spielt gleich ein Lied über den Suff. „Mit seiner Konstitution hätte Götz auch Zehnkämpfer werden können“ – Kumpel Markus steht am Rand der Bühne und plaudert aus dem gemeinsamen Nähkästchen. Von Urlauben, Feiern und alten Musikerfreunden, die inzwischen in Tokio spielen oder eigene Opern komponieren. „Aber ich glaube, Götz kann noch am besten davon leben. Vielleicht
liegt es ja an seinem BWL-Diplom, das er mit 2 abgeschlossen hat.“ Wieder der andere Widmann, der Überflieger. „Übrigens hat Götz auch da einem Kommilitonen zum Abschluss verholfen“, gibt Markus Preis.

24:00 Uhr, Freiburg
Nach drei Stunden Konzert ohne Pause steht Widmann wieder am Tischkicker. Wie BWL zu seiner Musiker-Laufbahn passt? Er zuckt mit den Achseln: „Ich habe erst Germanistik, Anglistik und Geschichte studiert. Aber in den Seminaren hat so eine hoffnungslose Atmosphäre geherrscht, die mich deprimiert hat.“ Er versuchte sich erfolglos als freier Journalist, bis er aus „Verzweiflung“ mit BWL angefangen hat. „Das war ein Fehler: Fünf Jahre Selbstvergewaltigung für’n Arsch. In der Zeit hätte ich wirklich was anderes machen können. Aber ich habe es durchgezogen, auch ein bisschen für meinen Vater“, sagt Widmann und erzielt das nächste Tor. „Arbeiten könnte ich in dem Bereich nie – das hier ist meine Welt“, grinst Widmann. „Ich lebe für die Zeit nach dem Konzert, deswegen wird es auch immer 6 Uhr morgens.“ Nach gut zwei Stunden geht die inzwischen bunt gemischte Truppe in den Backstage-Raum, wo kein Rauchverbot stört. Hier sitzt bereits Kriss und unterhält sich mit drei Freunden aus der Region. In entspannter Atmosphäre wird geredet, gelacht, diskutiert und getrunken. Widmann mittendrin, sichtlich glücklich, wieder auf Tour zu sein und neue Menschen zu treffen. Als ihm ein gutes Zitat über sich selbst einfällt, zückt er schnell seinen PDA, um es einzutippen. „So entsteht mancher Song. Meist schreibe ich aber nachts am Küchentisch. Nur einmal ist mir morgens um 8 Uhr, als ich meine Tochter zur Schule gefahren habe, eine tolle Idee gekommen. Da musste sie meine Ideen schnell notieren.“

8. Februar, 04:00, Freiburg
Die verbliebenen fünf Leute verlassen die seit zwei Stunden geschlossene Kneipe. Das Ziel: Die heutige Bleibe von Kriss und Götz. In der schmucklosen Künstlerwohnung über einer anderen Gaststätte stehen mehrere Etagen- sowie zwei Doppelbetten. Ein Regal, ein Nachttisch, zwei Schränke, ein Waschbecken. Die Toilette ist auf dem Flur. Touralltag für Widmann. „Dafür kann man hier auch mal bis morgens laut sein“, freut er sich und startet Musik auf seinem Laptop: Leonard Cohen, eines seiner Idole. Daneben haben ihn vor allem Bob Dylan, Rio Reiser und der junge Udo Lindenberg geprägt. Die politische Liedermachergeneration aus Deutschland hat Götz weniger zur Musik gebracht. „Die waren mir in vielerlei Hinsicht zu humorlos.“

Zwischendrin wird immer wieder gefachsimpelt und diskutiert – über Kreuzigungen, Judah Ben Hur und den schwarzen Piraten von Asterix. Gegen 8 Uhr in der Früh wacht Freiburg auf. Widmann schläft ein.

17:00 Uhr, Freiburg
Das schmuddelige Freiburger Abendgrauen wünscht Widmann einen Guten Morgen. Sein Frühstück besteht aus Fleisch, Spätzle und Salat – der ihn heute aber nicht anspricht. Dazu bestellt er Wasser und Cappuccino. Widmann erinnert sich an die Anfänge seiner Laufbahn. Seit er 12 war und die erste Beatles-Platte bekam, wollte er Musiker werden. Eine Gitarre hatte er schon bald, doch erst mit 27 Jahren begann er, professionell Musik zu machen. „Vorher hab ich mich nicht getraut.“ Die ersten Jahre war Widmann als „Joint Venture“ mit seinem Kumpel Kleinti unterwegs. Zunächst als Straßenmusiker, später auf Partys und in den ersten Kneipen. „Anfangs dachte ich: Ich mach das ein halbes Jahr, schreibe einen Hit und bin dann Millionär“. Es kam anders. Nach einigen gemeinsamen CDs starb Kleinti mit 33 Jahren überraschend an einem Herzinfarkt. Widmann ist noch heute sichtlich geschockt, seine Stimme wird leise, wenn er davon erzählt. „Wäre die Welt gerecht gewesen, hätte ich sterben müssen. Denn Kleinti hat zwar viel geraucht, war aber weit weniger exzessiv als ich.“

Widmann sieht betreten aus, lenkt sich aber selbst schnell wieder ab: „Aber es war einfach göttlich mit ihm: Ich hatte einen Widerpart zu meinen Ideen und er hatte meistens Recht.“ “Ich weiß nicht, wie sie aussieht, ich hab nicht ihre Nummer, ich weiß nicht mal ihren Namen, aber macht mir keinen Kummer. Ich weiß, dass es ´ne Frau auf dieser Erde gibt, die ich liebe, die mich liebt.” Nach einer Pause machte Widmann solo weiter. Und tingelt seither wieder durch Deutschland – bis zu 40.000 Kilometer pro Jahr. Ob er auch in 15 Jahren noch auf der Bühne steht? „Garantiert.“ Seine größte Schwäche sei immer noch das viele Feiern, gibt Widmann zu. Sex, Drugs, Rock n’ Roll.
“An den Klischees ist was Wahres dran, auch wenn nicht alles so heiß gegessen wie gekocht wird“, grinst er und bestellt sich den nächsten Cappuccino. Was er neben der Musik zum Glücklichsein braucht? „ Zeit und andere Menschen. Und eine funktionierende Beziehung.“ Da ist er wieder, der andere, der private Widmann. Seit einigen Wochen ist er Single. Nach drei Jahren Beziehung. Ob sich Vagabundenleben und Partnerschaft nicht ausschließen? „Natürlich ist es schwer, wenn man ständig unterwegs ist. Aber möglich ist es schon“, sagt er trotzig. Was er sucht? „Ich stehe auf Frauen, die mir Kontra geben.“ Dass er seine Traumfrau noch nicht gefunden hat, scheint ihm zu schaffen zu machen. „Ich traue mich nicht, eine Frau direkt anzusprechen. Wenn ich die Frau treffe, muss ich einfach mal das Alphatier raushängen lassen. Ohne Rücksicht auf Verluste“, murmelt Widmann. „Aber das liegt mir nicht so.“

„Um diese Kohle zu kassieren, muss man nur Hasch legalisieren.“

Widmanns Texte sagen nicht jedem zu. „Sie bilden nicht gerade das Lebensmodell meiner Eltern ab. Mein Vater ist Jurist“, grinst Götz, kratzt sich am Kinn und bestellt sich den dritten Cappuccino. „Aber sie kennen mich lange genug. Schließlich haben sie einiges durchgemacht mit mir. In der Jugend war ich aus Langeweile kleinkriminell und asozial. Ich hatte viel Zeit für Dummheiten.“ Am Anfang seiner Musikkarriere waren seine Eltern daher nicht sonderlich begeistert. Vor allem hatten sie Angst. „Aber als das Finanzamt plötzlich Geld von uns wollte, hat meine Mutter uns gerettet und das Geld vorgestreckt. Sonst wäre das unser Aus gewesen.“ Inzwischen freuen sie sich mit ihrem Sohn und kommen auch mal zu den Konzerten. Manchmal sogar mit Freunden

24:00 Uhr, Freiburg
Nach mehreren Zugaben hat Widmann Feierabend. Heute gibt es keine After-Show Party. Stattdessen heißt es: Abbauen. Widmann muss nach Bonn, wo er sich in einem ländlichen Vorort zusammen mit einem Freund ein Haus teilt. Der Grund für die Eile
heißt Lea: „Ich muss für sie morgen Fahrdienst machen“, freut sich Widmann auf seine
Tochter und verschwindet mit seinem Passat in die Nacht. Und wieder in ein anderes
Leben.


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