Portishead – Third


Es gibt da diese Pinky und Brain Folge, in der die beiden Cartoon-Antihelden versuchen mithilfe unterschwelliger Botschaften die verdammte ganze Welt zu erobern. Exakt das Gleiche scheint Portishead irgendwann auf “Dummy” geglückt zu sein. Geoff Barrow ist Brain und Beth Gibbons und Adrien Utley sind..nun gut, der Vergleich hinkt doch etwas. Zumindest haben Portishead aber die gesamte Musikwelt mit ihrer Musik verzaubert.

Wie sonst kann man es sich erklären, dass die Menschen über zehn Jahre geduldig auf ein neues Lebenszeichen der Band warten und Portishead während der langen Schweigepause noch immer zu ihren Lieblingen zählen, die sonderbaren Soundfolgen, die Barrow zuletzt als neues Songmaterial präsentiert hat, abfeiern, die Hallen füllen…

Ist es vielleicht doch nur die Musik und der magische Sound? Auf dem lang erwarteten “Third” Album ist der Zauber sofort vorhanden. Das Anfangs-Sample, der großartige Percussion-Loop und irgendwann auch noch Beth Gibbons Stimme. Während die beiden Vorgänger noch zu gelegentlicher Monotonie neigten und nach der Wiederholung klangen, zieht das Projekt auf “Third” den Hörer durch ein düsteres Wunderland voller Tempowechsel, Brüche und Überraschungen. Da wäre zumBeispiel das große Highlight “The Rip”, das als einer dieser intimen Beth Gibbons Songs beginnt und sich dann immer weiter into the great wide open wagt. Und eben diese Brüche und Ideen sind die Stärke der Platte, die anfangs bei weitem nicht in all ihrer Gänze zu überzeugen weiss.

Hier und da dümpelt ein Song vor sich hin und weiß nur durch die tolle Produktion zu beeindrucken. Dem gegenüber stehen große Nummern wie “Machine Gun” oder der kurze Gibbons Song “Deep Water”. Alles in allem eine tolle Platte und aufgrund des Mutes und der Perfektion nach einigen weiteren Durchgängen vielleicht sogar mehr. Wir werden hören.
[Sebastian Jegorow]

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